illumination der WM Karten

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Nein, ich möchte keine Werbung für die hier abgebildeten Firmen machen. Wenn man genauer hinschaut sieht man oben rechts ein schwarzes Dreieck
mit einem Punkt drunter. Dazwischen ist ein “Verbindungsstück” von dem einige Drähte ausgehen und ein Rechteck bilden das so groß ist wie die WM Karte breit. Das Rechteck aus Drähten
ist eine Antenne. Der schwarze Punkt und das kleine Dreieck
sind ein RFID Chip.

RFID bedeutet ausgeschrieben Radio Frequency Identification. Mit dieser Technologie
kann man allerhand Daten in den WM Tickets speichern. Was genau auf den Chips gespeichert ist weiß keiner so genau. Beim Bestellen der WM Tickets musste man folgende Daten angeben:

  • Anrede, Name und Vorname
  • Strasse, Hausnummer, Ort und Land (Postleitzahl ist freiwillig)
  • Geburtsdatum
  • Staatsangehörigkeit
  • Nummer des Personalausweises oder Reisepasses (das ist verboten, siehe unten)
  • Telefonnummer (freiwillig)
  • Fan von welcher Nationalmannschaft? (Hier ist die Auswahl “neutral” möglich)
  • E-Mail-Adresse (sollte laut RP Darmstadt freiwillig sein, war dann aber doch eine Pflichtangabe!)
  • Spiele, für die die Karte(n) bestellt werden, und die Preiskategorie
  • Bank- oder Kreditkartendaten
  • Angabe von Zusatzbestellungen für andere Personen (samt deren Daten!)
  • Die Fax-Nummer wird entgegen der Vorankündigungen nicht mehr abgefragt.

Ich glaube diese Daten von sich will niemand einfach so preisgeben und jedem zugänglich machen. Ich b in gespannt, ob man irgendwann mal in Erfahrung bringen wird, welche dieser daten wirklich in den RFID Chips gespeichert worden sind. Aber eigentlich sollten die darauf gespeicherten Informationen so verschlüsselt sein, dass niemand außer die Polizei und die Veranstalter der WM etwas damit anfangen können.

Am Einlaß zu den WM Stadien werden auf jeden Fall Geräte zum Auslesen der RFID Chips stehen. Ob auch vor jedem Block Geräte stehen werden und ob vielleicht sogar die Ordnungskräfte tragbare Auslesegeräte haben ist bislang auch noch nicht bekannt. Das soll wohl dazu gut sein, dass man genau weiß wer sich wo im Stadion befindet. Dadurch können zum beispiel potentielle Hooligans besser überwacht werden. Die Sicherheitskräfte können sich schon vor der Eskalation ein Bild von der Meute machen. Aber muss man dazu wirklich all die oben genannten Daten von allen Personen die die WM besuchen erfassen? Das sind ja dann über eine Million verschiedener Daten. Optimal für eine riesige Marktforschungsstudie für die Werbebranche, oder? Wer weiß was mit den Daten nachd er WM passiert? Werden sie gelöscht, oder werden sie den oben abgebildeten großen Unternehmen zur freien Verfügung gestellt?

Man kann dem zwar zuvorkommen, indem man die Datenschutzbeauftragten der WM Organisation, der Bundesländer und des Bundes selbst schreibt und die komplette Löschung seiner Daten fordert, aber seit wann muss man sich denn bitte selbst darum kümmern dass nicht jeder weiß dass man Karl August heißt und am 24.12.2004 geboren ist? Eigentlich müsste sowas doch auch in diversen datenschutzklauseln im gesetz stehen dass sich nicht jeder x-beliebige persönliche Daten von irgendwelchen Menschen besorgen kann. Inzwischen braucht man dazu nur noch ein kleines RFID Lesegerät.
Wenn man nicht möchte, dass irgedenwelche Daten von wildfremden Leuten ausspioniert werden (sponsored by Vater Staat) sollte man sich mal die website des FoeBuD (“Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V.”) ansehen!

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Die haben eine schöne Aktion ins Leben gerufen, Namens StopRFID. Dazu gehört das Logo rechts. damit wollen Sie erreichen, dass RFID Chips nicht zur Überwachung genutzt werden. Sie befürchten dass die RFID Chips zur WM der Anfang vom Überwachungsstaat sind. Es ist ja auch nicht so, dass die WM Kartend er derzeit einizge Einsatzort von RFID Chips sind. Solche Chips gibts es bereits in Barcode-Stickern im Einzelhandel, im aktuellen Deutschen Reisepass, in manchen Fahrkarten (und auch in der BahnCard 100) und sogar in Menschen! garnicht weit weg von mir lebt der erste Deutsche der mit seinem Handballen die seine Türöffnen kann ohne die selbige direkt zu berühren. Auch in Diskotheken werden solche Chips als Ersatz von Clubkarten eingesetzt (im wahrsten Sinne des Wortes ;)).
Aus diesen Gründen will FoeBuD dem weiteren fehleinsatz von RFID Chips entgegen schreiten.

Ich finde sowas sollte man, zumindest teilweise, unterstützen. Solange die Betroffenen Personen wissen was mit ihren Daten geschieht, und wo sie gespeichert werden und wer sie abrufen kann und sie vorallem damit einverstanden sind, kann man RFID Chips gerne einsetzen. Aber sie sollten nciht so insgeheim eingeführt werden ohne dass man weiß was sie bewirken!

Wer also beid er WM nicht so gerne durchleuchtet werden will sollte sich “Gegenmaßnahmen” überlegen. Der FoeBuD verkauft in seinem eigenen Shop sogar eytra Hüllen für Reisepass und  WM Karten. Allerdings müsste eine einfache Alufolie auch reichen! Es gibt sogar so Späße wie einen “RFID-Scanner-Detektor-Armreif” und eine “RFID-Deaktivator-Zange“. Ja, es steht auch nirgends, dass man nimmer ins Stadion darf, wenn der RFID Chip defekt ist.
Mal sehen, vielleicht probiere ich das mit der Alufolie dann aus. 🙄

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