back again: ganz leise

Wieder da aus “Nuremberg”! Bei Rock im Park war die Hälfte Park und die Hälfte Rock. Also schön ausgeglichen, möchte man meinen. Der Stadtpark, der zum Zeltplatz umfunktioniert wurde war wie ein Wildgehege, nur ohne Förster oder sowas. Ich hatte den Eindruck sobald man drin war konnte man machen was man wollte. Wildurinieren war zwar pro forma verboten, aber darum hat sich keine geschert! Eine Security Dame meinte zu mir als ich sie fragte ob die Dixies auch irgendwann geleert werden würden:”Du bist nen Mann und hast nen Schwanz den du in die Gegend hängen kannst!” Na suuuper. Ich habs trotzdem nicht gemacht. Bin immer in die netten kleinen blauen Häuschen gegangen. Außerdem war der Zeltplatz schon nachdem ersten tag völlig zugemüllt. Aber das kennen wir ja bereits aus Gohren! Ehrlich gesagt hab ich ja auch nichts anderes erwartet. Der Park ansich war eigentlich ganz nett. Viele kleine Wege zwischen den kleinen Wäldchen und Seen! Zum Glücl konnte Hitler sein Reichsparteitagsgelände nicht fertigstellen. Nur das Collosseum ist stehengeblieben, und das ist ja sogar ganz nett!

Rock im Park 2006

Der erste Tag, also Donnerstag, bestand für uns aus hinfahren, aufbauen und einrichten. Naja, einzurichten gab es nicht viel. Nur eben Gepäck ins Zelt und Schlafsack ausrollen. Danach war dann ausruhen von der beschwerlichen Fahrt angesagt.

Am ersten richtigen Festival-tag war auch gleich einiges los. Wir hatten uns um eine Person dezimiert und eine weitere Person meinte eine Blinddarmentzündung an sich diagnostiziert zu haben. Somit waren wir ab zwölf Uhr nur noch 3 von 5 Personen. Gleichzeitig war das trotzdem der beste Festivaltag. Zumindest aus meiner Sicht. Nachmittags gings los mit den “Sportfreunden Stiller”. Die haben natürlich viel aus ihrem aktuellen Album “You have to win Zweikampf” gespielt, die sogar größtenteils seehr gut waren. Die momentane Single, “54 74 90 2006”, hat man an den weiteren Tagen noch öfters gehört.
Dann gings auch schon international weiter und zwar mit “Franz Ferdinand”. Die gingen auch gut ab!
Gleich danach kam einer meiner Favoriten, nämlich “Placebo”! Die waren mir auch gleich umso sympathischer als ich feststellte das sie 4 Powerbooks mit auf die Bühne brachten! 😉 Die Musik war wie nicht anders zu erwarten supergut! Ich fand man hat ihnen auch sehr die Freude am Spielen angemerkt.
Der große Headliner des Tages war natürlich “Depeche Mode”. ich bin ja eigentlich nicht so der Fan von denen. Allerdings war das dann doch eines der besten Konzerte des Festivals. “Depeche Mode” ist mit 7 Trucks voller Equipment angereist. Dazu gehörten ein eigenes Kamerateam , 5 verdrehbare Bildschirme, einige Raumschiffcockpits und eine Kugel die anscheinend eine Zeitmaschine darstellen sollte. Das herausragende an dem Konzert war aber Dave Gahan. Der geht erstens selbst ab wie nochwas, trotz Mitte vierzig, und zweitens reißt er die Menge mit. Und bei so Hits wie “Personal Jesus” entsteht dann eben eine wahnsinnig emotionale Stimmung! Einmalig!

Rock im Park 2006

Der zweite Tag ging für uns erst am Abend mit “Korn” los. Allerdings hab ich mich während “Korn” mit einer gefundenen Musikzeitschrift beschäftigt und ein Placebo-Interview gelesen. Danach bin ich dann zum Auto gelatscht und hab Bier und Essen ins Zelt geschafft. Das war sicher sinnvoller als sich sollten Krach anzuhören.
Als es dann dunkel wurde war das Essen verstaut und wir waren bereit für “Keane”. Die waren echt gut! Ähnlich emotional wie “Depeche Mode”. Phänomenal ist einfach wie der Keyboarder bei den ruhigsten Stücken abgeht! Der steht an seinem Keyboard und headbangt und springt rum wie ein Irrer!
Danach gabs dann mal bissl HipHop. Bei “Pharrell” standen wir sogar gaaanz vorne, weil wir uns nen guten Platz für “Bela B. y los Helmstedt” sichern wollten. Allerdings bekam ich von dem höchsten Rückenschmerzen. Ganz nett war allerdings, dass er fürs letzte Lied fünf Mädels aus dem Publikum auf die Bühne geholt hat, und mit denen getanzt hat.
Ja, danach kam wieder so ein Konzert auf das ich mich total gefreut hab. Endlich mal Bela an der Gitarre sehen. Das Konzert war zusammen mit “Placebo” und “Depeche Mode” sicher das beste der Festivals. Wir standen gaaanz vorne und es ging gut ab! Gedrücke wie Sau, aber geil! 😀 Nach dem zweiten Lied hatte ich meine Regenjacke verloren und Belas Gitarrenverstärker war hin. Er spielte alle Lieder von seinem Album plus die B-Seite von der “Tag im Schutzumschlag”-Single. Nach diesem letzten Konzert des Tages, waren wir extrem verschwitzt und ich hab meine Jacke sogar wieder gefunden. Zwar etwas dreckig, aber wozu gibt es eine Waschmaschine!?

Rock im Park 2006

Am letzen Tag war dann chillen angesagt! Los gings um vier mit “Bullet for my Valentine”. Allerdings waren die jetzt nicht soo dolle.
Danach kam “The Darkness”. Die waren auch nicht so der Brüller. Ich hätte mir lieber “Tomte” auf der anderen Bühne anschauen sollen.
Auf “Reamon” hatte ich mich eigentlich auch gefreut weil ich den von “Arena of Sound” sehr gut in Erinnerung hatte! Allerdings war der irgendwie doch nicht so dolle. Das einzig gute war “Supergirl” aber auch nur weil “Nelly Furtado” mitgesungen hat. “Josephine” war auch okay, weil man halt abgehen konnte! 🙂
Danach kam dann der Act auf den alle gewartet hatten – außer ich. “Metallica”! Ich hätte gleich zu “Nelly Furtado” auf der anderen Bühne gehen sollen! Mjoa, bei Metallica hatte ich mehr Kreuzweh als Freude. Mit martialischem hauptsach-Rock kann ich halt leider nix anfangen. 🙄 Deswegen saß ich die allermeiste Zeit auf einem rosa T-Mobile Handschuh im Gras. Positiv anzumerken ist bei “Metallica” allerdings dass sie eine unerschütterliche Spielfreude haben! Die wollten einfach nimmer runter von der Bühne! Außerdem sind sie totale Sympathen! der Frontman sieht so lieb aus wie man sich einen perfekten Opa vorstellt! 🙂
Danach gabs dann noch “Jamiroquia” auf der Alternastage. Der war auch ziemlich gut, allerdings waren wir so fertig, dass wir nach ner Stunde zum Auto sind und heimgegurkt sind.
Wobei, gegurkt ist falsch, der nette Fiat Croma lief immerhin 220 km/h. 🙂 Somit waren wir nach zwei Stunden daheim, und das ohne irgendwelche Verkehrsregeln zu brechen! Ins Bett konnte ich trotzdem noch nicht, weil wir dann nachts gleich noch den Leih-Fiat nach Reutlingen zurück gebracht haben. Danach musste ich dann noch meinen Kumpel heimfahren und um sechs war ich dann auch endlich mal im Bettchen!

Rock im Park 2006

Mein Fazit bestätigt meinen bisherigen Eindruck von Festivals, ohne jemals auf einem gewesen zu sein. Man kann einfach die einzelnen Bands nicht wirklich geniessen, denn die werden einfach nur abgehandelt, denn es muss ja dann gleich die nächste auf die Bühne. Außerdem ist man nie wirklich fit um ordentlich abgehen zu können. Ich werde auf jeden Fall so schnell nimmer zu mehrtägigen Festivals gehen. Höchstens mal noch zum Southside. Das ist erstens nicht so weit und zweitens hoffe ich immernoch dass da die Organisation anders ist. Ansonsten werde ich mich auf eintägige Festivals wie Rock am See beschränken! Das allerbeste sind aber immernoch einzelne Konzerte!

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7 thoughts to “back again: ganz leise”

  1. Naja, in Gohren hatte man wenigstens ein kleinbisserl mehr Platz es war nicht ganz so dreckig und man konnte wenigstens kostenlos in gscheiten Duschen duschen. Aber das war ja garnich so schlimm. Die Camperei war ja nicht schlimm. Das macht mir ja nix.
    Ich fand einfach dass die Bands immer so abgehakt wurden, außer die jeweils letzten. Denn die mussten keine Zeiten einhalten und konnten komplett ihr Ding durchzeihen und Zugaben spielen.
    Ich weiß nur noch nicht ob das eben bei festivals allgemein so ist, oder ob es auch anders geht. Darum werd ich mir evtl. mal das Southside anschauen, wenn malwieder einige gscheite Bands kommen!

  2. Stiiiimmt doch garnet! Außerdem sind wir bei denen nie vornegestanden! Bei Pharrell kam auch mal ganz aufgeregt einer auf die Bühne und hat den Bodyguard da rechts angemacht und dauernd auf seine Armbanduhr gezeigt. Is jetz nich so dass ich Pharrell gerne länger gehört hätte, aber ich finds doof wenn die so eingeschränkt werden. Laut Tesa sei das ja beim Southside anders.
    Aber nuja, ich bin dann mal gespannt was du erzählst! ich freue mich derweil auf ein geruhsames Neckarfest ohne Sauferei und Disko! 😀

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