studentische Vollversammlung anti Studiengebühren

Am 30. November war bei uns in Tübingen die studentische Vollversammlung gegen Studiengebühren. Darin sollte dafür abgestimmt werden, dass die Studiengebühren boykottiert werden und anstatt an die Uni auf ein Treuhandkonto unter studentischer Verwaltung gezahlt werden. Mir war einige Tage davor auch schon ein großes transparent am Clubhaus aufgefallen auf dem zu lasen war (und glaub immernoch ist):”Stell dir vor es gibt Studiengebühren und keiner zahlt…”. Das fand ich da schon etwas lächerlich

Hörsaal 25

Wie man sieht war der Hörsaal 25 im Kupferbau ziemlich voll. Im Schwäbischen Tagblatt stand später, dass mehr als 700 Studenten anwesend waren. Die Versammlung begann mit einer kurzen Begrüßung und der Erklärung der Tagesordnung. Diese bestand im Wesentlichen aus den Punkten “Reden”, “Diskussion”, “Abstimmung”.
Es ging los mit den Reden. Zuerst kam ein älterer Herr, der nochmal die großen Nachteile der Studiengebühren aufgereiht hat und das er dagegen ist und das man doch am besten dagegen sein soll. Nach einigen vorgelesenen reisserischen Thesen war der aber recht schnell fertig. Dann kam ein Student der erstmal einen 500€ Schein zerrissen hat um zu veranschaulichen dass von unserem Geld nur noch 6€ bei den Fakultäten ankommt. Der hat das zwar schon besser gemacht, war aber mindestens genauso reißerisch. Beide Redner haben natürlich regen Beifall geerntet.

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In der Diskussion gings dann eigentlich nur um den Ablauf des Treuhand-Konzepts. Beispielsweise haben viele Kritik daran geäußert, dass die, die wirklich nicht zahlen können, egal ob auf Uni- oder Treuhandkonto in diesem Modell nicht berücksichtigt werden. Die Veranstalter haben das damit begründet, dass sie das Geld auf dem Treuhandkonto als Druckmittel bräuchten um mit der Landesregierung zu verhandeln. Allerdings wäre doch in dem Fall das Druckmittel von 6000 Studenten die nicht zahlen können oder wollen viel stichhaltiger!? Denn wenn die Regierung sieht, dass wir das Geld aufbringen können, es aber nur nicht der Uni überweisen wollen bohren die Politiker bestimmt eh wieder so lange dran herum bis sie das Geld haben, wenns schonmal da ist.

Ein Student stellte Mitten in der Diskussion die relativ zusammenhangslose Frage “Steht das neue Tübingen zu seinen Studenten”. Er stellte sie wohl deshalb, weil viele die Angst haben dass sie exmatrikuliert werden, wenn sie nicht zahlen. Aber bei 6000 Studenten (so viel werden für das “Quorum” in Tübingen benötigt damit der Boykott fortgesetzt wird) wird die Uni ja wohl nicht alle gleichzeitig exmatrikulieren. Auf jeden Fall meldete sich daraufhin ein anderer junger Herr zu Wort der einige Reihen weiter vorne saß. Es war Brois Palmer, der künftige Oberbürgermeister der Stadt Tübingen. Er machte deutlich, dass er gegen die Studiengebühren sei und als Landtagsabgeordneter auch noch aktiv was dagegen machen kann und auch macht, aber dass er halt als OB nicht so unmittelbar was daran drehen kann, weil Studiengebühren Ländersache sind. Boris Palmer versicherte allerdings, dass er auch als OB versuchen wird einen klaren Standpunkt der Stadt gegen die Gebühren klarzumachen. Wir werden sehen.

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Nach einer langen Diskussion wurde dann endlich abgestimmt. Wie nicht anders zu erwarten gab es zwei Stimmen dagegen, sechs Enthaltungen und so um die 700 Befürworter. Damit wurde das Treuhandkonto-Modell in Tübingen, wie u.a. auch in Freiburg und Karlsruhe, beschlossen. Ich selbst hab auch dafür gestimmt. Denn erstens kann sich ja durchaus noch was an dem Modell ändern im Einzelnen. Außerdem ist es grundsätzlich ja immer gut gegen Studiengebühren so wie sie jetzt sind (!) ein Zeichen zu setzen.

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Ob ich das mit dem Treuhandkonto machen werde, muss ich mir noch sehr überlegen und mich noch weiters informieren. Vorallem zur genauen Verwendung der Gebühren in Baden-Württemberg.
Wenn jemand darüber Bescheid weiß soll er sich bitte bei mir melden!!!

4 thoughts to “studentische Vollversammlung anti Studiengebühren”

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