Abbitte

[xrr rating=7/10]

Der neue Film von Regisseur Joe Wright “abbitte” stand schon seit Ewigkeiten auf meiner “unbedingt-anschauen-Liste”. Denn eben dieser Joe Wright und sein Team sind die Erschaffer der Romanverfilmung “Stolz und Vorurteil“, einer der besten Filme die ich je gesehen habe. Dementsprechend hatte ich hohe Erwartungen. Aber eigentlich war ich auch nicht sonderlich besorgt, dass viel schief gehen könnte. Denn James McAvoy, einer der Hauptdarsteller, konnte mich ja vor kurzem bereits in “Geliebte Jane” überzeugen. Die zweite Protagonistin Keira Knightley ist ja sowieso (nicht zuletzt eben wegen “Stolz und Vorurteil” ;)) eine meiner Lieblingsschauspielerinnen.

Kurz umrissen sieht die Handlung folgendermaßen aus…
Cecilia Tallis (Keira Knightley) ist die Tochter einer wohlhabenden Familie. Sie ist frisch verliebt in deren Gärtner Robbie (James McAvoy). Nach einem kleinen Streit schreibt Robbie Cecilia einen entschuldigenden Brief und übergibt ihn Cecilias jüngerer Schwester Briony (Saoirse Garai, Romola Garai, Vanessa Redgrave) zur Überbringung. Zu spät fällt ihm auf, dass er wohl die falsche Version des Briefes ind en Umschlag gesteckt hat. So erreicht Cecilia ein schmutziger Brief der eigentlich nur aus jugendlichem Jux heraus entstand. Aber natürlich nicht ohne dass ihn Briony gelesen hat. Die jüngere Schwester kommt mit den “harten Worten” in Robbies Brief nicht klar und malt sich aus dass er ein Triebtäter sei. Am abend erwischt sie ihre Schwester mit Robbie in verzückter Pose in der Bibliothek, wodurch sich ihre Vermutung nur noch bestätigt. In der selben Nacht wird die Cousine Lola (Juno Temple) von Cecilia und Briony vergewaltigt. Briony ist zufällig als einzige Zeugin am Tatort und beschuldigt wider besseres Wissen Robbie der Tat. Robbie wird natürlich sofort verhaftet und Cecilia ist schwer sauer auf ihre Schwester. Mittlerweile herrscht der zweite Weltkrieg in Europa und Robbie dient in der Armee. Cecilia ist Krankenschwester. Auch Briony ist Krankenschwester geworden, obwohl sie einen Platz in Cambridge bekommen hätte. Durch die Wirren des Krieges verzerrt sich die Sachlage nochmals. Robbie und Cecilia lieben sich immernoch über alles und Briony wird sich so langsam ihrer Schuld bewusst und will etwas dagegen unternehmen…

Ich rege mich ja öfters bei anderen Filmen darüber auf, dass ich es blöd finde wenn man Handlungen von Personen im Film nicht nachvollziehen kann. Hier ist das eine der wenigen Situationen wos passt. Also bei Abbitte wirkt sich das nicht negativ auf den Gesamteindruck aus, im Gegenteil es verleiht dem Drama noch einen dramatischeren Verlauf. 🙂
Trotzdem ist der Film nicht ganz so gut wie “Geliebte Jane” und an “stolz und Vorurteil” kommt so schnell eh nichts ran. Ich finde die Zeiten als die beiden Hauptdarsteller zusammen sind, fallen zu kurz aus. Es wird irgendwie jeder einzeln betrachtet. Eigentlich sind es ja drei Hauptdarsteller. Nach Filmszenenanteil ist wahrscheinlich sogar Briony öfters zu sehen als Cecilia. irgendwie hätte ich es besser gefunden wenn das Liebespaar sich etwas öfters gesehen hätte. So könnte sich die Zuneigung der beiden für den Zuschauer irgendwie nicht wirklich ausreichend entwickeln. Bleibt die Frage ob sich Ian Wright, der das Buch dazu geschrieben hat, darin mehr für die Annäherungen Zeit gelassen hat!?
Ein “Nachteil” ansich war um der schönen Bilder Willen auch dass die ganze Handlung um 20. Jahrhundert und nicht im 18. oderso spielt. Mit schönen Ballkleidern und Rauschenden Festen kann man einfach mehr fürs Auge machen als mit Kriegsschauplätzen und Londoner Mittelstandwohnungen.
Trotzdem ein guter Film, den man als Genre-Liebhaber unbedingt gesehen haben sollte. Wobei ich diesen Film wohl eher unter Liebesdrama einordnen würde, im Vergleich dazu wäre “Stolz und Vorurteil” bei mir eine reine Liebesgeschichte.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *