Der seltsame Fall des Benjamin Button

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Benjamin Button
via www.outnow.ch

WebsiteIMDb • Trailer • BuchvorlageAmazon DVD • Amazon OST • Benjamin Button - The Curious Case of Benjamin Button (Music from the Motion Picture)

Habe ich euch schon erzählt, dass ich sieben Mal in meinem Leben vom Blitz getroffen wurde?

Am Freitag war ich endlich in dem von mir heiß ersehnten Benjamin Button. Man könnte ja denken, an dem Film ist nichts besonderes. Weil der Kerl lebt halt rückwärts. Super. Aber daraus einen 166 Minütigen Film basteln? Ja ich hatte da auch so meine Zweifel. Geht aber. Denn der Benjamin (Brad Pitt) wächst ja unter anderen Umständen auf. Er wird als Kind ja dauernd für einen alten Mann gehalten. Was es ihm sehr schwer macht seine Kindheit auszuleben. Die Tatsache dass er in einem Sterbehaus aufwächst macht den Film nochmal interessanter, denn der Tod ist ein ständiger Begleiter. Am Anfangs eines Lebens erwarten auch alle, auch er, dass er bald stirbt. Benjamin ist dort mit lauter erfahrenen Menschen zusammen und von manchen lernt er so einiges fürs Leben. Zum Beispiel dass es nicht darauf ankommt dass man etwas besonders gut kann, sondern was man dabei fühlt! Benjamin lernt auf seinem umgekehrten Lebensweg immer wieder Menschen kennen die ihn weiterbringen, von denen er etwas lernt. Er erlebt eigentlich auch nie Rückschläge. Es geht immer vorwärts für ihn. Zumindest solange bis sein Körper halt wieder abbaut. Seine Liebe zu Daisy (Cate Blanchett) gestaltet sich auch als schwierig. Als sie sich als Kinder kennenlernen ist sie eine der wenigen die ihn versteht und merken dass er etwas besonderes ist. Aber als sie sich nach Jahren wieder sehen ist sie eine junge aufstrebende verrückte Tänzerin und er immer noch ein älterer Herr. Das geht da noch nicht so recht zusammen. Ein paar Jahre später treffen sie sich vom Alter her in der Mitte. Und da klappts dann auch. Sie hat ihren jugendlichen Leichtsinn abgelegt und er hat seinen Alt-Herren-Charme verloren. Sie stürzen sich also in eine wilde Beziehung die wohl typisch für die Hippie-Zeit sein soll, was mit Beatles im Fernsehen glaubhaft gemacht wird. 🙂 Jedoch ist Daisy irgendwann schwanger und als die ihre gemeinsame Tochter da ist merkt Benjamin, dass er für seine Tochter kein richtiger Vater sein kann, weil er ihr eher ein Spielkamerad wäre. 

So jetzt muss ich aufhören sonst wirds zu spoilerig. 🙂 Der Film ist auf jeden Fall interessanter als man sich im ersten Moment vorstellen kann. Ich finde ihn sogar sehr sehenswert. Aber leider ist er manchmal etwas zu lang. Man hätte einige Stellen durchaus etwas straffen können. Zum Beispiel als Benjamin sich im zweiten Weltkrieg befindet. Oder die Vorgeschichte mit der Uhr des Monsieur Geteau. Im übrigen wird die Geschichte vorgetragen von Benjamins Tochter (Joeanna Sayler) die der im Sterben liegenden Daisy aus Benjamins Tagebuch vorließt. Am Anfang erzählt Daisy mit gebrechlicher Stimme ein gutes Stück erstmal selbst. Das war mir fast auch schon zu lang. Weil in nem Film 10 Minuten einer alten Frau zuzuhören die kaum noch sprechen kann ist ziemlich anstrengend. Hätte man auch anders machen können.

Der Pitt und die Frau Blanchett spielen übrigens schön toll. Wobei ich Cate Blanchett als Galadriel immernoch am besten fand. Ob der Brad Pitt für Benjamin Button einen Oscar verdient hätte ist schwer zu sagen. Denn man weiß ja nicht welche Szenen er alle selbst gespielt hat. Die als alter 150 cm großer Mann wohl eher nicht. In den Szenen in denen man ihn als Brad Pitt erkennt spielt er zwar sehr gut aber nicht total überragend. Nunja, ich hab ja die anderen Nominierten Filme nicht gesehen. Aber trotzdem denke ich dass David Fincher den Oscar für die beste Regie nicht verdient hat. Denn es war ja dann doch etwas langwierig inszeniert und auch nichts besonderes. Da sollte eher F. Scott Fitzgerald nen Oscar für das beste Drehbuch bzw. Idee bekommen, aber der ist ja seit 40 Jahren Tod.

Kleines Fazit: Grundsätzlich sehr gut, aber 40 min kürzer.

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