Rock im Park 2009

Ein kleiner Bericht zum von mir ungeliebtesten großen deutschen Alternative-Festival fehlt an dieser Stelle noch. Ungeliebt deshalb, weil 2006 und 2007 die Organisation und alles im vergleich zu anderen Festivals wie zum Beispiel dem Southside oder dem Highfield total daneben war. Nicht genügend Campingplätze, viiieeeel zu wenig Wohnmobilstellplätze, zu teuer, die bands spielen zu kurz. Ich fand immer man kommt sich vor wie beim Fernsehen. Eine Band darf genau nur so lange spielen wie’s aufm Plan steht. dann: Werbung. Bei anderen Festivals ist das alles etwas ungezwungener und keine Fließbandmusik. Daher waren meine Bedenken dementsprechend groß.

Die offiziellen Wohnmobilstellplätze waren am Freitag Nachmittag natürlich weg. Aber man hat uns schön unkompliziert auf der großen Straße parken und auch schlafen lassen. Die Situation an den Bühnen war auch nicht so katastrophal wie noch 2007, denn diesemal waren die beiden Hauptbühnen nebeneinander. Man konnte über mehrere Eingänge direkt hinund her wechseln. Es entstand fast nie Gedränge. Das hat mich tatsächlich positiv überrascht. Aber so viel zum “Organisatorischen”. Jetzt endlich zur Musik… 🙂

Ich glaub das war Limp Bizkit...
Ich glaub das war Limp Bizkit ! 🙂

Am ersten tag hab ich The Subways, die Guano Apes, Chris Cornell, die seltsam tollen aber im allgemeinen unbeliebten MIA., kurz The Kooks, Limp Bizkit und den Peter F. aus Berlin gesehen.
MIA. fand ich irgendwie cool. Ich mag ja deren Musik, auch wenn sie sonst keiner mag. Ich finde die Mieze hat so eine unglaublich umfangreiche Stimme. Die bekommt alles von ganz tief bis piepsig hoch wundervoll hin.
Limp Bizkit fand ich erst najanaja.. aber dann wurden sie immer besser. Am Ende sind sie sogar eins meiner Festival-Highlights geworden. Die haben erstens trotz ihrer sehr langen Spielpause eine unglaublich gut eingespielte Performance da auf der Bühne. Fred Durst ist natürlich unglaublich cool, das hatte ich aber auch nicht anders erwartet. trotzdem sind sie sich nicht zu schade für einige Aktionen zu denen sich sonst eher kleine unbekannte Bands herablassen. Fred Durst ist zum Beispiel bis zum ersten Wellenbrecher mitten in die Menge gelaufen bzw. hat sich vorgedrückt. Dort stand er dann auf der Absperrung und hat Scheinwerfer-erhellt “Behind Blue Eyes” gesungen. 🙂 Kurz darauf hat er einen “Erste-Reihe-Fan” mit auf die Bühne gebracht. Der war natürlich eh schon total aus’m Häuschen und ging ab wie Zäpfchen. Danach hat ihn dann Fred Durst gefühlte zwei Minuten umarmt… und ihn auch gleich noch hinter die Bühne getragen. Den haben seine Beine glaub nimmer getragen. 😀
Spät in der Nacht war dann noch Peter Fox angesagt.  War nett, hat mich aber nicht umgehauen. “Schwarz zu blau” und “Alles Neu” fand ich am Besten. Toll fand ich dass Miss Platnum eine seiner Background-Sängerinnen war, und zur Feier des Festivals auch einen eigenen Song vortragen durfte! 🙂

Am zweiten Tag hab ich eine Kleinigkeit von Staind mitbekommen und dann kamen auch schon Placebo. Die haben erfreulicherweise gaaanz viel vom neuen Album gespielt. Das war live sogar noch toller. 😀 Der neue Ami-Schlagzeuger-Sunnyboy passt wirklich nicht so richtig zu Placebo find ich. Aber Schlagzeugspielen kanner. Das reicht ja. Brian Molkos neue Pferdeschwanz-Frisur find ich irgendwie cool, aber da steh ich auch mal wieder allein da. *g* Ganz arg positiv bei Placebo war auch noch, dass Brian Molko keine einzige Zigarette geraucht hat. 2006 bei Rock im Park hat er den Tagesbedarf eines supercoolen 16-jährigen während dem Auftritt weggeraucht.
Danach gabs auf der Alternastage “Schockrocker” Marilyn Manson. Dessen Vorstellung hat sich angefühlt wie Amy Winehouse in Rock. Entweder ward er krank oder total auf Drogen. Er hat dauernd irgendwelchen versauten Scheiß erzählt, ein Handy eines Fans geschrottet und dessen Mutter an eben genanntem Handy beleidigt. Gesungen hat er schlecht und außerdem wenig. Manchmal hat er plötzlich kurz pausiert mit Singen und war auch mal kurz hinter der Bühne und hat sich hingesetzt. Sehr komisch Vorstellung. Hat mein positives Bild das ich von ihm hatte durchaus etwas getrübt. Wobei man solche Eskapaden bei Rockmusikern ja eh nicht so ernst nehmen sollte. Sowas gehört da ja immer mal wieder zum Business.
Am Ende des Tages haben wir uns auf der Wiese sitzend noch Korn gegeben. Ich fand die diesmal schon richtig gut. 2006 fand ich die schrecklich und bin lieber Bier holen gegangen während die gespielt haben. Jetzt fand ichs super. Mag auch daran liegen dass ich mittlerweile viele Lieder kenne und sie somit auch auseinanderhalten kann. 🙂

Letzter Tag. Los ging schon früh am Mittag mit den White Lies. Kannte ich nciht vorher. Waren aber echt gut. Achja davor waren noch Sugarplum Fairy. Die sind ganz nett, aber sehr ähnlich wie Mando Diao. Und die mag ich nich so. Sowohl musiklisch als von der Einstellung her. Madness sind lustig. Bei dem Bandnamen erwartet man ja eigentlich eher was Metall-mäßiges. Die sind aber eine lustige Friede-Freude-Eierkuchen-Band. 🙂
Flogging Molly fand ich diesmal schon deutlich besser als noch beim Highfield. Sympathisch waren sie wieder, aber diesmal irgendwie auch musikalisch besser. Dann hats leider geregnet. Und zwar ziemlich. Wir waren nass bis auf die Haut. Zum Glück hatten wir genug Klamotten dabei.
Machine Head sind ärgster Metall. Die muss ich glaub mal auf CD hören. Fand ich garnicht so schlecht was ich da gehört hab. Aber irgendwie doch sehr schreiig und krachig.
Danach kam mein Festival-Favorit: The Prodigy. Und ich fand sie echt toll. Erwartung voll erfüllt. Trotz dem dass es so hell noch war gings voll ab. Beim Lied “Warrior’s Dance” hat Keith Palmer immer “You are all my warriors!” in die Menge gerufen. Wenn man sich überlegt dass vor ca. 70 Jahren paar Meter weiter Rechts ein schnautzbebarteter Österreicher was ähnliches zu ner großen Menge gesagt hat kommt das irgendwie komisch! 🙂 Mir macht das ja nix aus, ich bin da nicht so pingelig und ich halte das auch nicht für verwerflich. Trotzdem fühlt sich das seltsam an wenn man den geschichtlichen Hintergrund des Geländes kennt auf dem Rock im Park jährlich statt findet.
Nuja, aber The Prodigy waren wie gesagt genial. Sie haben auch fast das komplette neue Album durchgespielt. Allerdings hat leider “Thunder”gefehlt. Als es dann auch noch während The Prodigy gedonnert hat, war die Stimmung perfekt. Ein unwirkliches Wetter zu unwirklicher Musik. Geil! 😀

Paar Minuten nachdem The Prodigy von der Bühne waren ging das Wetter dann aber erst richtig ab. Sintflutartige Regenfälle in Verbindung mit Sturm. Wenn ich nicht ein elektronisches Gerät dabei gehabt hätte hätte ich das Wetter aber vermutlich total genial gefunden und wäre rumgehüpft. 😀 Übrigens haben mir meine davor angezogenen Gummistiefel auch nix gebracht. Die warebn dann nämlich voll mit Wasser. Auch mal ein lustiges Gefühl. Wir hatten aber leider doch nicht genug Klamotten dabei. Wir waren ja auch schonwieder komplett durch nass. Darum war Rock im Park 2009 nach The Prodigy für uns vorbei. Einer war schon krank, eine andere wurde krank und ich auch fast. Da wars glaub gut dass wir uns Slipknot in der kühlen Dunkelheit nimmer angetan haben. Wir waren dann auch schon schön früh daheim. 🙂

Fürs Southside am Wochenende nehm ich mir auf jeden fall wieder drei paar Schuhe mit, mehr lange Hosen und ne ordentliche Regenjacke! 🙂 Aber jetzt steht eh erstmal das Den Die Ärzte ihr offizieller Fanclub Geheim Konzert am Mittwoch in Hamburg an. Ich hoff ja das geht alles gut mitm Hinkommen unsoweiderunsofoat!

PS: Wer das alles ließt ist (ultra) cool! 😛

0 thoughts on “Rock im Park 2009

  1. Ha, ich bin ultracool! 2008 war es jedenfalls genauso beschissen wie du es von 2006 und 2007 beschreibst. Wenn man ein Festival am letzten Tag mit dem Hinzuziehen der grünen Helferfreunde beenden muss, dann stimmt einfach was nicht..
    Hab mir den LB-Auftrittsmitschnitt von RAR angesehen und das war schon sehr lahmarschig. Kein Vergleich zu damals in 2001, als ich sie das erste Mal gesehen hab und sie noch keine boygrouphafte Hin-Und-Her-Trennungs-Eskapaden hinter sich hatten.

  2. @Agent:
    Was haben sie denn da anders gemacht? 2001 waren sie glaub auch bei RIP. Gibts da auch nen Mitschnitt?

    @moe:
    Ja The Prodigy war cool! 🙂 Miss Platnum hat ja eh nur ein Lied gesungen, und gesehen hast du sie ja schonmal. 🙂

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