Kündigung

Sehr geehrter Hofmarschall Ullerupp,

in meiner Funktion als Küchenchef kann ich fast auf ein Vierteljahrhundert ausgezeichnete Anstellung an ihrem Hofe zurückblicken. Jedoch brachten mich die Geschehnisse der vergangenen Wochen zum Nachdenken. (exordium)

Unsere Ansichten über eine dem Königshof angemessene Küche scheinen immer stärkeren Differenzen ausgesetzt zu sein. Ich wurde meiner Stellung als Chef der königlichen Küche enthoben und zum Chefkoch ernannt. Immer weniger finanzielle Mittel standen mir zur Verfügung, außerdem haben sich andere in die Zusammenstellung des Menüs eingemischt. (narratio)

Daher möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich zum nächst möglichen Zeitpunkt kündigen werde. (petitio)

Angesichts der Umstände sehe ich mich einfach nicht mehr in der Lage eine entsprechende Kost zuzubereiten. Der Königshof gibt jährlich Unsummen für die Heimwehr aus, die in einem solchen Ausmaß ja garnicht benötigt wird, und hat daher immer weniger übrig für ein anständiges Königliches Mahl. Die Niederländer verspotten uns bereits. Die Degradierung habe ich, dank meiner netten Kollegen in der Küche, grade noch so hinnehmen können, aber die Kürzung meines Menüplans, und das hinter Meinem Rücken, ist eindeutig zu viel! Wie stellen Sie es sich denn vor mit schlappen 200€ ein anständiges Menü zu breiten das der Königin gerecht wird? Als königlicher Küchenchef nach 24 Jahren Dienst kann mir so ein dahergelaufener Hofmarschall wie sie doch nicht sagen wo es lang geht! (argumentatio)

Ich fühle mich gekränkt und für blöd verkauft. So kann und möchte ich nicht weiterarbeiten. Für sie, den Königshof und das gesamte Königreich Dänemark hoffe ich dennoch dass die Verantwortlichen noch zur Vernunft kommen mögen. Wer weiß wo die königliche Kochkunst sonst enden wird? (peroratio)

Mit freundlichen Grüßen, Takashi Kondo

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