Avatar – Aufbruch nach Pandora

[xrr rating=5/10]

via http://www.outnow.ch

WebsiteIMDbTrailer • Amazon OSTLeona Lewis - Avatar (Music from the Motion Picture)
Regie: James Cameron

Eigentlich wollte ich diesen umhypten selbsternannten Meilenstein der Filmgeschichte garnicht sehen. Denn die Story interessierte mich nicht wirklich. Allerdings wollte ein Kumpel unbedingt rein und ein anderer krönte den Film mit zum besten was er je gesehen hatte. Mein grundsätzliches Interesse an der 3D Technik tat dann noch den Rest und ich war “überredet”.

Im Film selbst lernt man dann dass man sich um die Story eh nicht so viele Gedanken machen sollte, denn die ist nicht so dolle:
Auf dem Planeten Pandora gibt es einen tollen Rohstoff der pro Kilo 2o Millionen Dollar wert ist. Das Problem ist, dass es auf Pandora einen Stamm Ureinwohner, also Aliens, gibt die direkt über dem größten Vorkommen dieses begehrten Rohstoffs ihr Dorf haben. Die Menschen können aber Avatare züchten. Das sind quasi leblose Alienkörper mit einem Schuss menschlicher DNA. Der zur DNA gehörige Mensch kann dann den Avatar steuern und sich mit den Aliens, die sich selbst Na’vi nennen anfreunden. Der im Rollstuhl sitzende ehemalige Marine Jake Sully (Sam Worthington) soll den Avatar der für seinen verstorbenen Bruder gezüchtet wurde steuern. Durch Glück kommt er relativ schnell an die Na’vi heran. Vom Militärchef (Stephen Lang) bekommt er nun den Auftrag die Na’vi dazu zu bringen umzusiedeln, so dass die Menschen an die Rohstoffe unter ihrem Dorf kommen. Ihm werden als Belohnung seine echten Beine versprochen. Allerdings erkennt Jake schnell, dass die Na’vi sich nicht umsiedeln lassen werden. Denn sie sind ein Volk dass im Einklang mit ihrer Umgebung lebt. Sie haben eine Enge Verbindung zu allem was wächst und lebt. An manche Lebensformen können sie sich sogar über Kontakte in ihrem Zopf anschließen. So können sie zum Beispiel Drachen und Pferde per Gedanken reiten und Erinnerungen in einen Baum hochladen. Es ist unausweichlich, dass die Menschen die mit Pfeil und Bogen kämpfenden Na’vi angreifen. Jake muss sich entscheiden ob er weiterhin den Menschen in die Hände arbeitet oder den Na’vi hilft ihre Existenz zu erhalten.

Eigentlich brauche ich das Ende garnicht offen lassen, denn irgendwie kann sich eh jeder denken was passiert. So geht es einem an vielen Stellen des Films. Irgendwie ist alles schonmal da gewesen. Menschen sind böse und raffgierig und zerstören ihre Umwelt und räumen Störenfriede brutal aus dem Weg, nur für ihren eigenen Vorteil. Aber am Ende gewinnt dann doch der schwächere und die bösen Müssen verdutzt heimgehen. Der Zuschauer weiß dann: Aha, die Menschen sind böse und raffgierig …

So, das war die Message die so offensichtlich ist dass es schonwieder langweilig ist. Außerdem bringts eh nix. Denn sie erkennt zwar jeder aber da das nichts reales ist hat das trotzdem für alle nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Vor allem wenn das ganze dann noch so bombastsich verpackt ist wie Avatar.

Der eigentlich Film besteht hauptsächlich aus “durch den Wald rennen” und “kämpfen”. Humoristisch gesehen ist der Film ein Totalausfall. Klar, es will wohl eher ein Actionfilm sein. trotzdem kann man erwarten dass die paar Witzlein die drin sind auch gut sind. Aber als die sterbende Wissenschaftlerin an einem ganz tollen Ort der Na’vi aufwacht ist das erste was sie haucht “Ich muss Proben nehmen!” Woah! Brüller! *gääähn*

Was die Effekte angeht gibts natürlich nix zu mäkeln. Sieht alles super genial aus. Die Welt um die Na’vi herum hat so einen blau-, gelb-, grün-, pink-Glow auf dunkelblau. Das sieht toll aus. Die 3D Technik ist dezent eingesetzt und wirkt meistens schön. Allerdings brauch ich sie nicht. vermutlich hätte ich den Film ohne 3D auch nicht besser oder schlechter gefunden. Auf jeden Fall möchte ich nicht für jeden größeren Film in den nächsten zwei Jahren 10€ bezahlen. Ich hoffe die gibts dann auch immer noch in 2D.

Die Welt der Na’vi ist auch sehr schön angelegt, finde ich. Zwar ist das schon fast etwas zu offensichtlich eine Traumwelt, weil alle so dermaßen miteinander im Einklang leben, aber trotzdem schön anzuschauen, so als Märchen. So zum angucken allein sind die Na’vi Szenen echt genial! Das ist quasi ein gestalterisches Kunstwerk.

Ich hoffe der Film geht nicht als Meilenstein in die Filmgeschichte ein und bekommt nicht so viele Oscars. Für Specialeffects von mir aus, aber sonst? Allerdings siehts momentan leider aus. Finanziell bricht Avatar grade alle Rekorde. Er sollte wenigstens nicht als bester Film 2009 in den Gedächtnissen verankert sein. Diesen Titel hätte eher zum Beispiel Inglourious Basterds verdient.

Storymäßig finde ich den Film richtig schlecht bzw. halt total langweilig. Die Umsetzung ist auch nichts besonderes, nur dass es halt toll aussieht und nicht auf der Erde spielt. Das einzig tolle an dem Film ist das Volk der Na’ri und das Aussehen deren Umgebung. Man könnte sich ausschnitte des Films als animiertes 3D Bild, falls es sowas gäbe, ins Wohnzimmer hängen, als Deko. Aber so als Spielfilm, eindeutig überteuert, überhyped, überbezahlt, überbewertet.

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