Apple iPad

Gestern wurde erwartungsgemäß das Apple iPad vorgestellt. Steve Jobs platzierte das iPad zwischen iPhone und MacBook. Aber ist wirklich dazwischen noch Platz für ein zusätzliches Gerät? Warum besitzt man denn einen mobilen Computer, also ein MacBook? Um es schnell mal irgendwo mit hinnehmen zu können. Zum Beispiel um damit in der Uni oder am Arbeitsplatz arbeiten zu können. Mit dem iPad kann man nicht wirklich arbeiten. Arbeiten heißt Artikel schreiben, Programmieren – längere Texte schreiben eben. Mit dem iPad und seiner Bildschirmtastatur macht das keinen Spaß. Und wenn man eine externe Tastatur mitnimmt kann man fast gleich ein MacBook mitnehmen.

Um Filme zu schauen ist das Ding immernoch zu klein und unhandlich. Wenn ich im Zug oder Flugzeug sitze schau ich dann darauf Filme? Vor allem, wenn ja, wie oft? Mal abgesehen von Vielreisern wird sich niemand ein 500$+ Gerät kaufen nur um darauf Filme zu schauen.

Bücher darauf lesen finde ich noch die sinnvollste Anwendung. Das iPhone ist zu klein das Notebook zu unhandlich. Das iPad ist wie ein Buch. Jedoch sind die iBook-Store Bücher eindeutig zu teuer. Für 14.55$ bekommt man auch schon ein normales Taschenbuch. Dieser Anwendungsfall ist gut, aber dafür dass man sich kein Buch ins Regal stellen kann sollte man schon auch effektiv weniger zahlen müssen.

Man kann mittels eines SD-Karten- und USB-Adapters für den Dockanschluss sogar Fotos direkt auf das iPad importieren. Es wird von Apple auch ein Dock mit Tastatur dran angeboten. Man kann auch bestehende Bluetooth-Tastaturen an das iPad anschließen. Diese beiden Möglichkeiten unterscheiden das iPad im wesentlichen auf funktioneller Ebene vom iPhone bzw. iPod touch. Dadurch steigt es meiner Meinung nach zum potentiellen MacBook-Ersatz auf. Trotzdem bleiben oben genannte Zweifel bestehen, weil man daran eigentlich nichts produktives über lange Zeit machen kann/will.

Das iPad passt definitiv nicht zwischen iPhone und MacBook, meiner Ansicht nach. Höchstens (reiche) Leute die gern was zum rumspielen haben kaufen sich so eins zusätzlich zu MacBook und iPhone. Ich selbst könnte mir so eins nur als MacBook-Ersatz vorstellen. Daheim nen iMac, für unterwegs das iPhone und um im Urlaub auch bissl was arbeiten zu können und seine Fotos und Videos auf das Gerät zu bekommen und anzuschauen ists nett. Für die Uni ist das iPad vermutlich auch recht praktisch, weil es reicht um Skripte markieren zu können und sich Notizen zu machen.

Richtig interessant finde ich allerdings die Tatsache, dass Apple einen eigenen Chip für das iPad entwickelt hat. Zu betonen ist, dass es sich bei dem Apple A4 nicht (nur) um eine CPU handelt, sondern um ein sogenanntes System On Chip. Das heißt da ist alles drin was man für sein System an Prozessoren zu braucht. Also eine CPU, eine Grafikeinheit und die diversen Controller. Der A4 enthält als Hauptprozessor einen ARM Cortex-A9 MPCore ((http://www.brightsideofnews.com/news/2010/1/27/apple-a4-soc-unveiled—its-an-arm-cpu-and-the-gpu!.aspx)). Für die Grafik ist vermutlich ein PowerVR SGX545 zuständig sowie ein PowerVR VXD für Videowiedergabe ((http://www.imgtec.com/corporate/AnnualReports/IMGAnnualReport2009.pdf)). Entwickelt haben die ehemaligen PA SEMI Mitarbeiter den Chip bei Apple. Spannend wird auch ob Apple im nächsten iPhone auch auf ein eigenes System setzt oder wieder ARM Chips von Samsung nutzt.

Das iPad macht sicher unglaublich Spaß in der Bedienung. Auf dem Sofa sitzen und Internetseiten und Fotos rumschubsen ist sicher super, weil man eben so direkt am Geschehen dran ist. Aber so ein richtiger Anwendungsfall für den es sich lohnen würde 500$ aufwärts zu bezahlen offenbahrt sich mir noch nicht. Jedoch kommt das dann auch auf die iPad Apps im Appstore an. Wenn ich meinen iMac habe und mein MacBook mal aus irgendwelchen Gründen ersetzt werden will überlege ich mir nochmal ob die Anschaffung eines iPads anstatt eines MacBooks sinnvoll wäre. 🙂

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