Wie hört ihr Musik?

Wenn ich ein Lied höre das ich noch nicht kenne und ichs toll finde, hör ichs mir mehrmals an. Finde ichs dann immernoch toll schau ich bei last.fm, YouTube, Amazon, iTunes, MySpace was es noch so von diesem Künstler gibt, denn wenn das eine Lied gut ist, ist ja vielleicht auch der Rest toll. Wenn das so ist kaufe ich mir ein Album. Meistens das auf der Song ist der mich auf die Band gebracht hat. Das Album höre ich dann über mehrere Tage wieder und wieder durch. So lange bis es mir auf die Nerven geht. Dann geht das ganze Spiel von vorne los, oder ich krame mal wieder was altes raus. Es passiert nämlich zu weilen, dass ich Musik die ich “früher” mal gut fand, lange nichtmehr gut finde und plötzlich stoße ich wieder darauf und höre sie dann auch wieder exzessiv. So ging es mir vor kurzem mit Muse und gerade eben mit Johnossi.

Übrigens geben sich die wirklich guten Sachen erst nach mehrmaligem Hören zu erkennen. So ging es mir zum Beispiel mit System Of A Down. Beim ersten mal hören fand ich das alles total wirr und durcheinander und überhaupt nicht stimmig. Doch, ich hab aus irgendeinem Grund weitergehört und inzwischen ist System Of A Down eine meiner Lieblingsbands, wie man unschwer an meiner last.fm-Statistik erkennen kann. 🙂 Ein gewisser Rodrigo González hat hat mal gesagt dass Musik eigentlich nichts taugt wenn sie einem von Anfang an total gefällt. Mir ging es so bei Culcha Candela. Die eingängigen Melodien und Beats fand ich zuerst total toll. Es gab eine Woche in der ich fast nur Culcha Candela gehört habe. Aber dann gingen sie mir auf die Nerven. Das hält jetzt seit zwei Jahren an.

Während so einer Künstler-Phase informiere ich mich meistens noch ganz genau über die Personen hinter dem Projekt. Ich schaue mir die Band-Websites an und lese Wikipedia-Artikel und finde heraus was es neues zur Person und Band gibt. So bekommt man ein ordentliches Hintergrundwissen und weiß dann zum Beispiel bei Farin Urlaub Konzerten ((Wobei ich zugeben muss, dass das bei Farin Urlaub vielleicht nochmal was anderes ist weil der eh einer meiner absoluten Lieblingskünstler ist und ich deswegen eh sehr genau verfolge was er so treibt.)) ,  dass die hässliche kleine Figur die auf einem der Monitore steht Krümel heißt. 🙂 Oder man versteht wenn Die Ärzte bei “Junge” ((Stuttgart 24.11.2007 ~min 0:40))anstatt dem richtigen Text folgendes singen: “Guck dir den Smudo an, der hat sogar ein Flugzeug.”

Ich versuch also mich so richtig mit so einem “Werk” eines Künstlers zu beschäftigen. Denn ich finde erst dann entwickelt sich so ein richtiges Gefühl zur Musik und man kann so richtig darin auf gehen und sie genießen. 🙂 Ich sehe aller meistens nicht nur die einzelnen Songs auf einem Album, sondern versuche ein Album als Gesamtwerk wahrzunehmen. Denn ich denke die Künstler haben sich was dabei gedacht grade diese Songs zusammen zu packen. Bei manchen gibt das Album ja auch erst einen Sinn wenn man die Songs in der richtigen Reihenfolge und als Ganzes hört. Darum höre ich eigentlich nur noch Alben am Stück durch. Zufallswiedergabe über alle Tracks der Bibliothek kommt nur vor wenn ich nicht weiß was ich hören soll, und dann bleibe ich meistens auch bei irgendwas hängen.

Allerdings solls ja auch Leute geben, die immer nur einzelne Songs die sie mal irgendwo gehört haben und toll finden hören. Die hören fast nie ein ganzes Album, sondern immer nur einzelne gute Lieder. Für mich fühlt sich das irgendwie so an wie wenn man nur an der Oberfläche kratzt. Ich finde es schade wenn man sich nicht richtig mit der Musik beschäftigt und versucht sie zu verstehen. Manche Sachen ergeben erst Sinn wenn man sie im richtigen Zusammenhang wahrnimmt. So glaube ich dass man immer das ganze Album kennen sollte. Klar gibts Ausnahmen wo nur ein Lied vom Album toll ist und den Rest braucht man nicht kennen. Aber ich würde behaupten, dass das selten vorkommt. Was öfter vorkommt ist dass einzelne Songs überspringenswert sind.

Zusammengefasst gesagt, finde ich es schade wenn man Musik so oberflächlich “rezipiert” und nicht versucht sich mehr damit zu beschäftigen udn in die Tiefe eines “Werks” zu gehen, weil ich glaube dass man so auch (meistens) die Absicht des Künstlers übergeht. Irgendwie finde ich halt, dass man sich grundlos selbst um einen Mehrwert bringt, an den man doch gar nicht so schwer herankommt.

Ich würd mich freuen wenn der ein oder andere mal beschreibt wie er das macht und wieso und mir vielleicht erklärt wieso er mit seiner Weise (sofern sie anders ist als meine) total zufrieden ist. Ich möchte damit übrigens nicht sagen, dass ich der bessere Musikhörer bin, sondern ich frage mich wie man nicht auf andere Sachen des Künstlers gespannt sein kann. Ich möchte einfach verstehen wieso andere so Musik hören wie sie es eben tun. 🙂

3 thoughts on “Wie hört ihr Musik?

  1. Mein Google-Alert auf Rod hat mich hierhergebracht 😀
    Mir geht es eigentlich in allen Punkten genau so wie dir und kann das so unterschreiben.
    Ich hab mich in dem Text wirklich sehr wiedererkannt. Angefangen von weitere Lieder bei myspace/youtube usw. anhören über Album kaufen bei gefallen, bei wikipedia nachlesen und ein Album nur in einem Stück durchhören können (und bei Zufallswiedergabe über die Bibliothek doch wieder irgendwo hängen bleiben…) 😀

  2. Huch, bekommst du somit alles was es neues zu Rod im Netz gibt? Ist da nicht unglaublich viel doppelt und uninteressantes dabei?
    Auf jeden Fall danke für deinen Kommentar. Ich hoffe ja es meldet sich noch jemand von der “anderen Sorte”. 🙂

  3. Ja so ungefähr 🙂 Ich bekomm 1x am Tag ne Übersicht und flieg da nur so drüber. Was interessant ist verfolg ich weiter und der Rest -> Papierkorb. Und eiiiigentlich klicke ich Blog-Einträge nie an. Bei dir ist mir zufällig das Zitat ins Auge gesprungen. Und dann entdeck ich hier beim querlesen noch überraschend viele Gemeinsamkeiten 😀

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