Von der Leyen als Bundespräsidentin?

Laut der ARD entscheidet sich die CDU momentan zwischen Ursula von der Leyen und Wolfgang Schäuble – einer von beiden soll Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten werden. Die FDP will keinen eigenen Kandidaten aufstellen. Darum wären dem Kandidaten die 645 Stimmen schwere Mehrheit von schwarz-gelb in der Bundesversammlung vermutlich sicher. Jedoch muss Guido Westerwelle seine Parteifreunde erst noch von den Kandidaten überzeugen. Ich hoffe ja, dass sich die Freiheit-liebende Seele der FDP mit keinem der beiden Kandidaten zufrieden gibt.

Anscheinend wird die derzeitige Bundesarbeitsministerin zur Zeit favorisiert. Gestern sagte die Kanzlerin noch im Interview von ARD und ZDF dass ein Kandidat gesucht werden soll der eine breite Unterstützung in der Bevölkerung haben kann. Die von der Leyen hat wohl zumindest den jungen Teil der Deutschen Bevölkerung gespalten wie kein anderer möglicher Kandidat.

Köhler war zwar auch ein Bundespräsident der eher schwarz-gelb nahe stand. Aber er scheute sich auch nicht davor “seine Leute” zu ermahnen. Das traue ich Frau von der Leyen nicht zu. Ich denke sie wäre eine ergebene Präsidentin die der aktuellen Bundesregierung nicht im Wege stehen würde.

Bundespolitisch wäre es dennoch vielleicht garnicht mal so übel wenn von der Leyen weg wäre. Als Bundespräsidentin würde sie vermutlich weniger Einfluss auf die gestalterische Politik haben wie derzeit. Somit wäre sie endgültig weg. Denn wer Bundespräsident war kommt wohl auch nicht mehr zurück. Dennoch wäre es meiner Meinung nach ein völlig falsches Zeichen. Das wofür Frau von der Leyen steht wird von den meisten Jungwählern nicht unterstützt. Sie wäre vermutlich präsenter und volksnaher als Köhler, aber dieses Volk käme dann immer nur aus der CDU-Richtung. Sie würde nie eine breite Unterstützung erfahren, wie ihr Vorgänger und wie es sich die Kanzlerin eigentlich wünscht.

Ulrich Deppendorf (Leiter des ARD-Hauptstadtstudios) geht jedoch davon aus, dass die SPD keinen der oben genannten Kandidaten als Entgegenkommen der Regierungskoalition wertet und daher einen eigenen Kandidaten aufstellen wird. Anscheinend sind Margot Käßmann und Peer Steinbrück im Gespräch. Margot Käßmann wäre vermutlich zu theologisch geprägt und ich denke sie würde das auch garnicht machen wollen. Peer Steinbrück wäre meiner Ansicht nach genau der Richtige für den Job weil er kein Blatt vor den Mund nimmt und auch mal auf den Tisch hauen kann. Allerdings ist er wohl eher Politiker als Präsentierer und ich befürchte, dass er es auch nicht machen wollen würde.

Ich bin gespannt wie sich die Parteien entscheiden und was die Bundesversammlung am 30. Juni daraus macht. Hier kann man für sich mal die Pest/Cholera-Wahl treffen, oder eben am besten nicht. Die “keiner”-Option gibts dann später halt nicht.

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