Twitter und der Sinn

Twitter wird ja gern als reine Plattform zur Selbstdarstellung übereifriger Jugendlicher wahrgenommen. Es wird abgetan als unsinniger Dienst mit dem man einfach jeden Mist ins Web hinausposaunen kann, der eigentlich total unwichtig ist. Ich finde da tut man Twitter Unrecht.

Das Tolle an Twitter ist ja, dass man es sehr genau auf sich zuschneiden kann. Natürlich kann man alle 20 Minuten twittern, was man gerade macht. Muss man aber nicht. Andererseits kann man Leute die das amchen eifnach ausblenden indem man ihnen nicht folgt.

Ich nutze Twitter hauptsächlich für zwei Sachen: Information und Kommunikation (mit Leuten die man sonst nicht erreicht).

Information

Ich followe so Leute wie @RegSprecher, @BarackObama, @iTunesTrailers, @Pogue, @Die_Gruenen, @Tagblatt usw. weil ich über Sachen in deren jeweiligen Themengebieten informiert werden möchte. Und da ist es eben gut, dass Twitter nur 140 Zeichen Platz lässt. Das reicht grade mal für einen knackigen Anreisser mit Link zum ganzen Beitrag. So kann ich meist schnell Infos überfliegen ohne viel Lesen zu müssen. Was ich dann genauer lesen möchte merke ich mir vor und lese es später. (Ja, dank Diensten wie Readability klappt das auch ganz gut! :-)). Abseits von Entwickler und interessanten Organisationen/Parteien/Ämtern ist Twitter auch ein Pool vom Empfehlungen. Freunde finden irgendeine tolle Musik und schreiben darüber. Nichts spektakuläres wovon man Leuten die man nicht oft oder nie sieht erzählen würde. Aber so findet es doch den Weg zu anderen.

Kommunikation

Dank twitter kann man vielen dieser Leute aber auch direkt auf Sachen die sie schreiben Antworten. Zum Beispiel habe ich erst vorhin den Entwickler eines Programms gefragt ob er vor hat, ein bestimmtes Feature in einer späteren Version einzubauen. Eine halbe Stunde später hatte ich eine Antwort. Sowas funktioniert natürlich bei Leuten wie Ashton Kutcher eher selten. Aber gerade um mit Entwicklern oder Künstlern (die nicht gerade Hollywood-Stars sind) in Kontakt zu treten ist Twitter super. Das ist einfacher als E-Mail und Prinzip bedingt auf wesentliche beschränkt. Wenn es dann tiefer gehen muss kann man immernoch auf E-Mails ausweichen.

Da solche Kommunikation bei Twitter im Normalfall für jeden Sichtbar (wenn er will) ist, stellt man so auch weniger Fragen doppelt, Man kann auch in Gespräche anderer einsteigen, falls man noch eine zusätzliche Frage hat.

Für ganz introvertierte gibts sogar die Möglichkeit die eigenen tweets vor der Weltöffentlichkeit zu verstecken und nur bestätigten Followern anzuzeigen.

Übrigens lässt sich Twitter auch nicht wirklich mit Status-Posts (oder wie das da heißt) bei facebook vergleichen. Bei facebook hat man immer auch ein Profil seiner Person/Organisation um sich darszustellen. So etwas gibt es bei Twitter nicht wirklich. Bei Twitter gehts nur um den reinen Text. Außerdem hat nutzt man facebook aus einer anderen Intention heraus als Twitter. Bei Facebook möchte man mit Leuten in Kontakt bleiben und sehen wie ihr Leben so läuft. Darum gibts da jetzt auch die Timeline. Das geht dann weiter mit Fotogalerien und dem ganzen Kram. bei Twitter geht es quasi immer nur um die Information jetzt.

Ich hoffe ich konnte damit etwas dem “Uuuäh, auf Twitter wird nur Bullshit geschrieben und ist eigentlich total nutzlos”-Vorurteil entgegen wirken. 🙂 Für mich ist Twitter einfach ein sehr indiviuell anpassbares flexibles Kommunikations- und Informations-Tool, das meinen Horizont in allen Bereichen die mich interessieren wertweitert.

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