GarageBand fürs iPad

Gestern ist GarageBand fürs iPad GarageBand - Apple® im App Store erschienen. Die App läuft, im Gegensatz zum ebenfalls erschienen iMovie iMovie - Apple®, sowohl auf dem alten iPad als auch auf dem iPad 2. Und ich habs gleich mal am alten iPad ausprobiert.

Steve Jobs hat bei der Keynote gesagt “this is not a toy”. Da kann ich ihm leider nicht so ganz zustimmen. Schneiden funktioniert zwar ganz gut, aber die Smartinstruments sind doch sehr limitiert. Das fängt schon allein bei der Tatsache an, dass es eine klitze-kleine Latenz gibt bis das iPad den Ton den man drückt wiedergibt. Das ist zwar kaum wahrnehmbar, aber stört beim flüssigen spielen durchaus. Dazu kommt, dass man an so einem virtuellen Instrument lang nicht so direkt dran ist wie bei einem echten. Bei der Gitarre ist man außerdem sehr eingeschränkt was die spielbaren Töne angeht. Entweder man spielt die von Apple vorgegebenen Chords, oder normale Noten. Eine echte halbwegs komplexe Melodie zu spielen ist quasi unmöglich, denn einerseits muss man sich mit der Anschlagsstärke rumschlagen und andererseits klingen die (Akkustik-)Gitarrentöne meiner Meinung nach etwas unecht.

Die vier von Apple vorgegebenen Gitarren-Spielarten sind zwar relativ abwechslungsreich, aber daher auch quasi unplanbar. Man weiß nicht was einen erwartet. So bekommt man zwar eine halbwegs nette Melodie deren Tonhöhe man steuern kann, aber dazu einen passenden Schlagzeugtrack zu finden ist extrem schwer.

Die in der Keynote angepriesene Anschlagsstärkenerkennung kann man meiner Meinung nach in die Tonne treten. Ich hatte während dem Testen schnell das Bedürfnis diese Funktion auszuschalten. Habe aber leider keine entsprechende Einstellung gefunden. Die Anschlagsstärke ist unterteilt in nur drei verschiedene Stärken. Den Unterschied hört man relativ deutlich. Da man bei iPad keine echte Taste in der Hand hat, ist es schwierig die benötigte Stärke einzuschätzen. So passiert es, dass man wild durcheinander unterschiedliche Anschlagsstärken spielt. Total nervig.

Schneiden funktioniert dafür ziemlich gut. Es sind ausreichend Funktionen vorhanden um einfache Schneidearbeiten zu erledigen. Acht Spuren sollten für Hobby-Musiker auch reichen. Allerdings hab ich auch Funktionen vermisst. Zum Beispiel kann man zwar die Lautstärke einer Spur ändern, aber innerhalb einer Spur lassen sich keine Lautstärkevariationen vornehmen. Man möchte ja vielleicht mal für einen Übergang ein Instrument ausblenden und ein anderes einblenden. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Etwas versierteren Audio-Menschen als ich es bin fehlen sicher noch einige weitere Funktionen.

So als mobiles Podcasting-Studio wäre das iPad mit GarageBand sicherlich ganz nett. Aber es gibt keine Möglichkeit Sounds von außen einzubringen. Man möchte ja vielleicht mal Soundschnipsel (Intros, …) in einem Podcast abspielen. Es gibt zwar einen “Sampler” aber mit dem kann man nur Sounds direkt aufnehmen und dann einbauen.

Eine E-Gitarre konnte ich, mangels Audio-Interface, noch nicht ans iPad anschließen. Das sollte ja eigentlich ganz gut funktionieren. Da hat man ja dann ein richtiges Instrument in der Hand. Im iPad 2 Video von Apple wird ein kleines schickes Audio-Interface gezeigt welches das möglich macht. Dabei handelt es sich um ein neues Gerät von Apogee Electronics. Es heißt JAM und ist wohl extra für das iPad 2 hergestellt worden. Man kann es aber auch an einen Mac oder sonstigen PC anschließen. JAM wird direkt mit USB- und Dock-Anschluss geliefert. Es ist ab 31. März in den USA für 99$ verfügbar. Auf meine Anfrage hin bestätigte mir Apogee, dass JAM auch in Europa ab Mitte April erhältlich sein wird. Ein Euro-Preis ist noch nicht bekannt. Ich wollte ja schon länger mal so ein Audio-Interface kaufen um meine E-Gitarre an den Mac anzuschließen. Dieses Teil kommt da wie gerufen.

Ich bin also doch etwas enttäuscht. Dachte das mit den Instrumenten funktioniert etwas besser. Vielleicht braucht man da auch die Rechenpower des iPad 2. Ab und zu habe ich auch die Meldung “Leistung optimieren” bekommen. Das passiert wenn man zwischen Schnitt- und Instrumenten-Modus wechselt. ist aber verschmerzbar.