Opera steigt auf WebKit um

Opera – ein innovativer Browser, der leider immer etwas komisch aussah. Einerseits, das UI an sich, andererseits aber auch die Darstellung der Inhalte.

The WebKit project now has the kind of standards support that we could only dream of when our work began. Instead of tying up resources duplicating what’s already implemented in WebKit, we can focus on innovation to make a better browser.

Aber ab sofort kann sich das Opera Team völlig auf das UI konzentrieren, denn zur Darstellung wird jetzt WebKit verwendet. Wie schon Safari und Chrome beteiligt sich jetzt auch Opera an der Render Engine die aus dem KDE Browser Konqueror hervorgegangen ist. Der hauseigene Renderer Presto wird vermutlich nicht weiterentwickelt. Einige Opera Fans hoffen darauf, dass Presto als Open Source veröffentlicht wird.

Ich finde diesen Schritt ziemlich gut, denn so bekommt Opera vielleicht wieder etwas mehr Aufmerksamkeit. Leider war nämlich Presto immer ziemlich hinten dran mit dem einbauen neuer Webstandards. Ich hoffe Opera hält seine WebKit Version von nun an halbwegs aktuell, so dass man sich als Webentwickler da keine Sorgen mehr drum machen braucht. Opera an sich war immer extrem innovativ. Sie waren die ersten mit sowas wie „Top Sites“, ich glaube Opera war auch der erste Browser mit Tabs. Auch das eingebaute Mailprogramm wird von vielen geschätzt. Ich werd mir Opera auf jeden Fall nochmal genauer anschauen, wenn er dann WebKit verwendet.

Faktisch wird es in Zukunft drei große Render Engines geben auf die man als Webentwickler ein Auge haben muss: WebKit (Safari, Chrome, Opera), Gecko (Firefox) und Trident (Internet Explorer). Alle drei haben einen so großen Marktanteil, dass man unter keinen Umständen eine davon vernachlässigen kann. Weniger sollten es jetzt aber auch nicht mehr werden, denke ich. Sonst besteht die Gefahr, dass man sich in der Entwicklung wieder zu sehr auf eine Engine fixiert.

Safari 4

Vergangenen Dienstag hat Apple eine neue Version von Safari veröffentlicht. Es handelt sich um eine public beta der Version 4 des Browsers. Apple bewirbt sie auch auf seiner Website ausdrücklich und bietet sie zum Download an. Bisher war Safari 4 nur Entwicklern zugänglich. Als ich den vor ner Weile mal ausprobiert hab, war er noch ziemlich doof und auch noch im alten Design. Von daher kamen die Designänderungen für alle relativ überraschend. Zu Abwechslung mal wieder. 🙂

Top Sites
alle Lieblingsseiten im Überblick

Die größte und praktischste Neuerung ist eine Funktion namens „Top Sites“ und von Googles Chrome inspiriert. 🙂 Dabei handelt es sich um eine Seite in Safari die häufig aufgerufene Websites mit einem Bild in einem Gitter darstellt. Welche Seiten angezeigt werden kann man auch manuell verändern und bestimmte Seiten an eine bestimmte Stelle auf dem Gitter pinnen. Man hat die Wahl zwischen 6, 12 oder 24 Websites die auf der Seite angezeigt werden.

New
Verlauf mit Coverflow durchsuchen

Das Tolle ist jetzt dass sich das Thumbnail immer anpasst je nach dem ob sich auf der Seite was getan hat. Ich hab zum Beispiel mein Forum gepinnt und sehe so sofort ob es einen neuen Beitrag gibt. Außerdem wird durch einen Stern oben rechts  an einer Seite angezeigt wenn sich etwas geändert hat. Allerdings wird da halt jeder Scheiß berücksichtigt. Auf jeder dynamischen Seite ändert sich dauernd was. Da reicht es schon aus wenn die Seitenaufbauzeit angezeigt wird. Dadurch bekommt die Seite von Safari einen Dauerstern verpasst. Ist aber nicht störend schlimm.

Verlauf
Verlauf mit Coverflow durchsuchen

Auch noch sehr praktisch ist dass man seinen Verlauf mit Coverflow durchstöbern kann. Manchmal hat man ja vielleicht noch im Kopf: Ahh das war diese voll geniale Seite mit dem Gras im Morgentau-Bild als Hintergrund … wie war die URL nochmal!? Dann kann man jetzt seinen Verlauf relativ schnell durchschauen bis einen das entsprechende Bild anspringt. Außerdem kann man die History durchsuchen und die Bookmarks auch per Coverflow durchsuchen. Ich glaube das ist bisher der sinnvollste Einsatzort für Coverflow. 🙂

Tab Bar
Die neue Tab Bar hängt jetzt nicht mehr

Die verschobene Tableiste fällt einem als erstes ins Auge. Die ist jetzt nämlich nach ganz oben gewandert. So wie bei Chrome auch. Ich fands anfangs störend, aber jetzt so nach zwei Tagen… ich denke ich kann mich dran gewöhnen. Aber da die Tableiste sich jetzt in dem Bereich befindet in dem man das Browserfenster bisher zum verschieben „angefasst“ hat kann man jetzt nichtmehr irgendwo im Tab klicken um es zu verschieben sondern nur an einer kleinen Ecke oben rechts am Tab. Ein kleiner Nachteil. Dafür werden um die zehn Pixel Höhe gespart die jetzt mit tollem Webinhalt gefüllt werden können. 🙂

Unter der Haube hat sich auch einiges getan. Die JavaScript Rendering-Engine Nitro wurde eingebaut. Damit verschnellert sich Safari bei JavaScript deutlich. Auch beim HTML-Rendering konnte er nochmal zulegen. Somit bestätigt Safari seine Position als schnellster Browser und gewinnt nochmal etwas an Vorsprung. Einzig Google Chrome kommt überhaupt an ihn ran. Aber der basiert ja auch auf der selben Browser Enginge – WebKit. Ein OpenSource Projekt übrigens das hauptsächlich von Apple vorangetrieben wird.

Toll als Webentwickler finde ich dass sich der Safari penibel an Webstandards zu halten scheint. Er unterstützt jetzt schon einige der kommenden Techniken der Zukunft: HTML 5, CSS Effekte, CSS Schriften. Alles ganz toll! 😀 Damit wollte ich eh jetzt mal rumexperimentieren. Außerdem ist Safari 4 der erste und bisher einzige Browser der den Acid 3Test mit 100 von 100 Punkten bestanden hat.

Acid 3 tests a browser’s ability to fully render pages using the web standards used to build dynamic, next-generation websites, including CSS, JavaScript, XML and SVG.

Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es aber doch. Die Ladestandsanzeige wurde quasi abgeschafft. Bisher war die Adresszeile auch gleichzeitig Fortschrittsbalken. Wenn geladen wurde erschien ind er Adresszeile als Hintergrund ein blauer Balken. Der ist jetzt weg. Statt dessen gibt es rechts in der Adressleiste so ein drehendes Rad wie vom iPhone oder vom Start des Macs bekannt. Doof. Dadurch weiß man nicht wie weit der Ladevorgang ist. Aber da gibts ja auch Abhilfe beim fscklog.

Also ich find den neuen Safari 4 ziemlich toll. Die neuen tabs sind gewöhnungsbedürftig und der fehlende Fortschrittsbalken ist schade, aber im Vergleich zu den Neuerungen voll egal. Außerdem ists ja nur eine beta. Vielleicht kommt ja der Fortschrittsbalken in der Final wieder wenn wir uns schön beschweren! 🙂 Übrigens auch genial sind die in Safari eingebauten Developer Tools für Webentwickler. Aber dazu bald in nem extra Beitrag! 🙂

jQuery Plugin: Validation

Ich arbeite ja leider momentan (noch) nicht so viel mit AJAX. Aber wenn, dann mit jQuery. Besonders angetan hat es mir das Formularvalidierungs-Plugin Validation.

Das Web 2.0 lebt durch Formulare. Da muss man als Webdesigner/-entwickler auch oft überprüfen ob denn eine korrekte E-Mail-Adresse, eine korrekte Postleitzahl, ein korrektes deutsches Datum usw. eingegeben wurde. Man kann das ganz umständlich mit PHP machen. Man wertet aus was eingegeben wurde und bastelt für jeden Fehler eine Fehlermeldung mit Hinweis. Das kostet ungefähr pro Formular einen Tag mehr Zeit und macht soviel Spaß wie Walnüsse zählen.

Mit Validation schreibt man sein Formular fast wie gewohnt und wie von Geisterhand bekommt man direkt unter dem jeweiligen Formularfeld eine wunderschöne Fehlermeldung angezeigt wenn etwas falsch eingegeben wurde. Der einzige Unterschied ist dass man in das class-Attribut der jeweiligen Formularfelder Anweisungen wie „required“ oder „date“ schreibt. Man muss nur jQuery einbinden, Validation einbinden und Validation dann noch sagen was es validieren soll. 

Gesammelte Beispiele finden sich hier. Eine ausführliche Doku ist bei jQuery selbst zu finden.

Das Plugin ist sehr flexibel. Falls man mit den Angaben im class-Attribut nichtmehr weiter kommt kann man auch mit JavaScript Angaben die Validierung beeinflussen. Näheres dazu steht ausführlich in der Doku.

Ein geniales jQuery-Plugin welches man an allen Ecken und Enden im Webdesign brauchen kann! Ich benutze es inzwischen für alle meine Formulare.

Microsoft soll Windows und IE entkoppeln [Update]

Die EU will Microsoft mal wieder ein hohes Bußgeld aufbrummen. Theoretisch find ich das ja gut, weil man einem quasi Monopolisten in einer Branche in der es soo viele Möglichkeiten gibt ruhig sehr bestimmt den Pfad der Tugend weisen darf. Aber halt nur wenn es gerechtfertigt ist.

In diesem Fall soll Microsoft die Internet Explorer nicht mehr mit dem Betriebssystem Windows zusammen verkaufen dürfen! Denn das sei, nach Ansicht der entsprechenden EU-Kommission, eine Wettbewerbsverletzung weil Microsoft seine beherrschende Marktposition ausnutze. Angeregt wurde das ganze von von der norwegischen Firma Opera Software ASA die mit dem Browser Opera ihren eigenes Produkt besser an den Mann bringen wollen.

Warum darf das nur der Marktführer nicht? Apple liefert mit OS X den Safari mit, Ubuntu den Konqueror und den Firefox und bei Suse Linux ist auch irgend ein Browser mit dabei. Wäre das nicht auch ungerecht oder ist ein Vorteil zu gunsten der kleineren erlaubt? Ich finde nicht denn bei jedem System ist ein Dateimanager dabei. Es gibt aber auch Dateimanager von Drittanbietern. Trotzdem ist es einfach irgendwie logisch dass man von vornherein seine Dateien ansehen darf. Es wäre ja irgendwie Schwachsinn Apple zu verbieten den Finder mit OS X mitzuliefern doer Microsoft zu verbieten Windows den Explorer mitzugeben. Denn heutzutage ist ein Dateibrowser einfach Standard. Genauso wie ein Internetbrowser.

Wie sähe das denn technisch aus. Ich installiere also Windows und möchte damit ins Internet. Ah… kein IE drauf um mir den Firefox zu laden. Wo bekomm ich denn jetzt nen Browser her? Muss Microsoft dann neben dem IE alle anderen wichtigen Browser auch mitliefern? Welche sind die wichtigsten? Oder gibt es dann ein Browser-Auswahlprogramm mit dem man im Internet ausschließlich über einen Microsoft-Dienst schauen kann welche Browser man denn so installieren könnte?

Alles kompliziert! Ich finde das Schwachsinn. Man sollte vielleicht etwas mehr Aufklärungsarbeit leisten. Microsoft könnte irgendwie darauf hinweisen dass es auch noch andere Browser gibt wenn man den IE zum ersten Mal startet. Aber ein Betriebssystem ohne Browser ausliefern? Oder mit allen? Oder über ein kompliziertes Verfahren einen runterladen? Neee… alles viel zu Umständlich!

Ich bin gespannt wie das ausgeht!

Quellen:
DiePresse
SpOn

Update:
Das Problem bei Microsofts Fall liegt oder lag daran dass Microsoft den IE so fest mit dem System verzahnt hat, dass man ihn nicht eben mal so schnell deinstallieren kann. Wenn man bei Mac OS X den Safari löscht, ist er weg und gut ist… aber Windows 7 wird ja jetzt in der EU auch in einer Version ohne IE ausgeliefert! 🙂