iOS Development Start

Seit ungefähr einem Monat hab ich endlich so richtig mit iOS-Entwicklung begonnen. Das schiebe ich ja schon seit drei Jahren vor mir her. Genau, so lang ist es schon her, dass überhaupt die Möglichkeit besteht Apps fürs iPhone zu entwickeln.

Ich habe so lange gebraucht, weil ich mich einfach nicht an dieses große Thema herangetraut habe. Irgendwann hatte ich mir ein Buch gekauft. “Objective-C und Cocoa Band 1” von Amin Negm-Awad. Das war aber eher nicht so toll. Man muss da erstmal ganz viel Theorie lesen, bevor man im Schneckentempo ein kleines Progrämmchen baut. Es ist ja einleuchtend, dass man sich beim Programmieren auch mit der Theorie befassen muss. Man sollte im Optimalfall die Theorie von wichtigen Konzepten verstanden haben bevor man loslegt. Aber man muss nicht jedes Konzept nicht bis ins kleinste Detail erklären und man kann Schrittweise vorgehen. Mir gehts so, dass ich am besten lerne wenn ich das eben gelernte gleich anwenden kann. Dann kann ich in Code denken und muss das nicht immer erst aus der Theorie her übersetzen wenn ichs noch kaum versteh. Wenn ich erstmal ganz viel Theorie lerne hab ich das was am Anfang kam schon lang wieder vergessen wenn es dann mal ans Praktische geht.

Aber zum Glück gibt es noch andere Bücher. Ende letzten Jahres hab ich mir dann eins von u.a. dem hochgelobten Aaron Hillegass zugelegt. “iPhone Programming – The Big Nerd Ranch Guide” hat nicht nur nen coolen Namen, sondern macht alles weiter oben “richtig”. Außerdem ist das auch im Gegensatz zu dem anderen auf iOS Programmierung ausgelegt. Das machts nochmal ein wenig leichter.

Zusammen mit dem Internet, Beispiel-Code von Apple und Apples Library zum Nachschlagen funktioniert dieses Buch für mich ziemlich gut. Aber der Schlüssel war eigentlich nur einfach mal anzufangen. Wenn man mal angefangen hat und ein kleines Programm hinbekommen hat, bekommt man schon ein Gefühl für Xcode, Objective-C usw. Es geht bei mir momentan immernoch ein wenig schleppend, aber ich lerne jeden Tag was neues und kann es dann auch anwenden.

Soviel mal zum Start. Demnächst mehr dazu was ich damit mache.

Helden.

Unglücklich das Land, das keine Helden hat!
Nein, unglücklich das Land, das Helden braucht.
(aus Brechts “Leben des Galilei”)

Diese Textstellen beschäftigen mich nun schon einige Zeit. Dass die Welt Helden nötig hat, ist eigentlich kaum abzustreiten.
Aber was sind Helden?
Sind es die, die für ihre Ideale bis zum Schluss aufrecht gehen? Oder sind es die, die trotz ihren Idealen auch mal (beinahe verräterische) Umwege gehen? Sterben Helden für solche Ideale, fürchten nichts, oder geben Helden nach, scheinbar auf, um irgendwie doch weiterkämpfen zu können?
Im Buch stellt sich die Frage, da Galilei seine Lehre von der Sonne als Zentrum der Welt widerrufen hat, um durch die Kirche nicht sterben zu müssen. Angenommen, er hat dies getan, um weiterforschen zu können, die Discorsi fertig schreiben zu können, der Welt also weiterhin gewissermaßen nach seinen Maßstäben dienen zu können – war diese Entscheidung dann heldenhaft? Oder wäre nur die Entscheidung für den Tod heldenhaft gewesen, die gezeigt hätte, woran er glaubt und wozu er steht?
Sind heldenhafte Untergänge oder scheinbar ausgeklügelte Entscheidungen (die etwas anderes darstellen, als sie eigentlich verfolgen) das, was die Welt braucht?
Oder braucht die Welt möglicherweise etwas völlig anderes, um Menschen zu erreichen? Nicht, um ihr Gehör zu leihen. Um sie zu erreichen.
Wie ein Jojo beantworten sich diese Fragen und werfen andere, manchmal neue, manchmal auch alte, wieder auf. Ich komme zu keiner Lösung. Da jede Lösung etwas übrig lässt. Wie die Schaufel, die immer etwas Dreck vor der Kante liegen hat, den der Besen einfach nicht auf diese verflixte Schaufel bekommt.

Die Buddenbrooks

[xrr rating=7/10]

Buddenbrooks Filmplakat
via http://www.filmstarts.de

Dieser Film hat mich interessiert ob seiner quasi ständigen Aktualität und wegen der Zeit in der er spielt. Wie es da wohl so war mit der Gesellschaft und dem Handel…

Die erfolgreiche Lübecker Kaufmanns-Familie Buddenbrook ist neben einem einzigen Nebenbuhler die anerkannteste Familie der Stadt. Erfolgreiche Firma, aussichtsreiche Erben, Tochter im heiratsfähigen Alter und am wichtigsten: Die Firma brummt! Tochter Tony (Jessica Schwarz) soll gegen ihren Willen verheiratet werden. Und zwar mit dem anständigen Hamburger Kaufmann Bendix Grünlich (Justus von Dohnanyi). Eigentlich würde sie gern auf den bürgerlichen Morten (Alexander Fehling) warten den sie im Urlaub an der Ostsee kennengelernt hat, beugt sich allerdings am Ende doch dem Wohl der Familie. Die Ehe geht aber eh nicht lange gut. Es stellt sich heraus dass Gründlich bankrott ist und er Tony nur wegen ihrer Mitgift geheiratet hat. Ihr Vater Jean Buddenbrook (Armin Mueller-Stahl) holt sie nach diesem Verlustgeschäft wieder nach Hause. Doch der Familien-Patriarch und Firmenchef Jean merkt langsam dass er älter wird und kleine Fehler macht. Daher überschreibt er die Firma seinem ältesten Sohn Thomas (Mark Waschke). Der verheiratet sich  kurz darauf mit der wunderschönen Holländerin Gerda (Léa Bosco). Die kommt übrigens praktischerweise aus reichem Hause und bringt eine sehr hohe Mitgift mit. Thomas’ Bruder Christian (August Diehl) verhält sich seit er aus England zurück ist verhältnismäßig seltsam. Er entwickelt sich zum Hypochonder und macht Schulden. Als er schließlich mit einer “minderwertigen” Schauspielerin ein Kind hat wird er aus dem haus geworfen und die restlichen Familienmitglieder wollen es nicht wahr haben, dass er ein solches Kind hat. Tony verheiratet sich unterdessen zum zweiten Mal. Diesmal sogar aus eigenem Willen. Sie zieht mit dem lustigen bodenständigen Münchner Kaufmann Alois Permaneder (Martin Feifel) in seine Heimat. Allerdings betrügt er sie schon bald mit der Dienstmagd, weswegen Tony schon bald wieder in Lübeck ist. Gerda hat Thomas einen Stammhalter geboren. Hanno Buddenbrook wird von seiner Mutter die leidenschaftliche Geigespielerin ist sehr musikalisch erzogen. Er hat auch sichtlich Spaß am musizieren. Sein Vater sieht dies allerdings nicht so gern, ist Hanno (Raban Bieling) doch dafür bestimmt Kaufmann zu werden und die Firma Buddenbrook zu übernehmen. Deshalb zwingt ihn Thomas irgendwann dazu das Kaufmanns-Geschäft kennenzulernen – ohne die Unterstützung von Gerda. Thomas wird außerdem zum Konsul von Lübeck gewählt. Trotz dieses Sieges ist Thomas bald immer schwächer.  Es nimmt ihn mit, dass er einige schlechte Geschäfte machen musste und es mit der Firma langsam Berg ab geht. Außerdem verschlechtert sich das Verhältnis zwischen Christian und Thomas immer mehr. Unterdessen ist auch die Mutter (Iris Berben) von Thomas, Christian und Tony gestorben. Thomas geht es im Folgenden immer schlechter. Er geht wegen Zahnschmerzen zum Arzt auf dem Rückweg wird er aber ohnmächtig und stirb in Folge dessen auch. Nicht lange danach erkrankt Hanno an Typhus und stirbt auch. Gerda geht, nun da sie nichts mehr in Lübeck hält, wieder zurück in die Niederlande. Übrig bleiben Christian, der ja eh quasi nicht mehr zur Familie gehört, und Tony. Da Tony nicht allein im großen Buddenbrooks-Haus wohnen kann wird es leer geräumt und zum Verkauf angeboten. Es findet sich auch schnell ein Interessent: Der alte Buddenbrooks-Gegenspieler Hagenström (Fedja van Huêt).

Das war jetzt viel Beschreibung. Aber in den 151 Minuten passiert eben auch viel. Die Geschichte wird ohne viel Schnickschnack schön an einem Strang erzählt. Es wird aber trotzdem nie langweilig, weil immer wieder etwas dramatisches passiert. Ein Streit, eine gescheiterte Ehe, Gefühle denen der Zeit wegen nicht entsprochen werden kann… Der Film passt nicht wirklich in eine Genre-Schublade. Wenn Familien-Epos ein Genre wäre, wäre der Film da wohl eh ziemlich alleine drin. Aber eben deshalb ist das mal was anderes. Ich glaube auch nicht dass es in diesem Film viele interessante ähnliche Filme geben könnte. Das ist wie mit den ganzen Serien. Da gehts auch oft um Familien irgendwie, aber wirklich interessant ist das auch nicht!

Naja, auf jeden Fall sollte man sich den Film anschauen wenn man daran interessiert ist wie sich die Menschen damals gefühlt haben wenn sie durch ihre Geburt in irgendwelche vorbestimmten Bahnen gezwängt wurden und wie sie damit umgegangen sind. Tony versucht es erst mit der Liebe, versucht dann aber doch den ihr vorbestimmten Weg zu gehen. Thomas füllt seine Position mit Bravour aus und scheint auch nicht viel Mühe damit zu haben. Christian wählt einen anderen Weg und wird damit auch mehr oder weniger glücklich. Gerda findet eine Zwischenlösung…

Übrigens hab ich das Buch von Thomas Mann nicht gelesen. Ich kann also auch nicht sagen wie gut die Vorlage umgesetzt oder eingehalten wurde. Aber da der Inhalt des Buchs so bekannt ist habe ich diesmal darauf verzichtet den Schluß oder sonstige elementare Dinge nicht vorweg zu nehmen!