Siri – Was fehlt

Seit über zwei Monaten benutze ich nun schon das iPhone 4S – und somit auch Siri. Das was es kann, kann es gut. Wenn niemand dazwischen redet klappt es allermeistens ohne Probleme. Ich benutze es hauptsächlich um Wecker und Erinnerungen zu erstellen, manchmal um kurze Mails und Tweets zu schreiben und um Telefonate zu starten. Aber natürlich kommen einem gleich ein Dutzend weitere Anwendungsfälle in den Sinn.

Einige weitere Funktionen sind in englischer Sprache bereits verfügbar. Zum Beispiel Integration in die Karten-App und Zugriff auf Daten von Yelp und Wolfram Alpha. Besonders die “Fakten-Abfrage” durch Wolfram Alpha habe ich schon oft vermisst. Mit diesem Funktionen kann man in der ersten Jahreshälfte 2012 auch auf Deutsch rechnen.

Aber was könnte man noch mit Siri machen? Ich verstehe ja nicht, dass Apple nicht auch gleich die Möglichkeit mit Siri zu twittern eingebaut hat, obwohl Twitter ja jetzt in iOS fest verankert ist.

Das was am meisten fehlt ist eindeutig die Entwickler-Integration. Ich fände es genial wenn ich Runkeeper per Siri zum GPS-Daten tracken starten, in der IMDb-App einen Schauspieler suchen oder Zugverbindungen mit der DB-App suchen könnte. Da tut sich ein schier endloses Feld an neuen Möglichkeiten auf. Das hat Apple mit Sicherheit auch bemerkt und wird sicher im Moment an einer Möglichkeit arbeiten Siri für Entwickler zugänglich zu machen. Vermutlich ist das garnicht mal so einfach zu lösen, wenn man es schön und einfach haben will. Man stelle sich nur mal vor, man hat mehrere Fahrplan-Apps oder mehrere GPS-Apps. Muss man dann erst den Namen der App sagen und dann erst “Wie komme ich um 15 Uhr nach Berlin Simpsonweg”? Man könnte jeder App eine eindeutige Anrede zuordnen. Das könnte aber auch schnell zu Verwirrung führen. Bei vielen ähnlichen Apps müssten manche auf entweder ziemlich seltsame oder total unpassende Anreden ausweichen. Aber genug des Brainstormings. Es sollte klar sein, dass das mal wieder eine anspruchsvolle Aufgabe für Apple sein wird. Aber ich denke sie werden bis spätestens iOS 6 eine Lösung dafür gefunden haben.

Mac Developer Programm für $99

Soeben war der Apple Developer Bereich einige Stunden offline. Jetzt ist nichts mehr wie vorher, die WWDC wird überlaufen sein, genau so wie die Fileserver voll von illegalen Mac OS Developer Seeds sein werden. Das Mac Developer Program kostet nchct mehr mehrere hundert Dollar, sondern nur noch $99 – wie das iPhone Developer Program.

Das ist schon ein krasser Schritt. ich wollte immer in das Developer Program, war auch einige Zeit als Student dort registriert, aber die volle Mitgliedschaft konnte ich mir nie leisten. Jetzt wird es um ein Vielfaches mehr registrierte Entwickler geben. So spekuliert 9 to 5 mac nicht ganz weltfremd über eine Art App Store für den Mac.

Es wäre schon praktisch seine ganze Software über eine zentrale Stelle immer aktuell halten zu können. Die Viren-Thematik ist auf dem Mac zwar (immer) noch kein Thema, aber dadurch wäre man auch größtenteils davor gefeit. Jedoch wäre es um ein vielfaches schlimmer als auf dem iPhone wenn dieser Store die selben Probleme hätte wie auf dem iPhone. Es wäre fatal wenn man auf eine Aktualisierung Tage, Wochen oder gar Monate warten müsste weil sie im Überprüfungsprozess von Apple stecken bleibt. Beim iPhone geht es zum Großteil um relativ billige Apps. Man stelle sich vor was es für Adobe bedeuten würde wenn die Creative Suite 5 drei Monate nicht zugelassen würde. Das wäre vermutlich dann das letzte Programm was Adobe für den Mac entwickeln würde. Darum bedarf das Konzept des App Stores vor einer Adaption für den Mac noch einer stattlichen Überarbeitung.

Ich frage mich auch was Apple nun an der WWDC 2010 machen will? Weniger Leute zulassen? Dann sind noch mehr Entwickler die zuhause bleiben müssen sauer auf Apple, als es in den Jahren zuvor schon der Fall war. Eine größere Location mieten? Wohl eher … ich bin gespannt. Ich denke auf jeden Fall, dass diese Preissenkung alleine eine merkliche Bewegung in die Mac-Entwickler-Szene bringen wird.

Einen Wehmutstropfen gibt es aber: Es gibt keine Hardware-Rabatte mehr. Früher bekam man als Entwickler eine zweistellige Prozentzahl Rabatt auf Apple-Hardware. Das fällt jetzt wohl leider weg. Schade ist das, wird aber wohl durch den um ein vielfaches günstigeren Preis adäquat ausgeglichen.