Rock im Park 2011

Dieses Jahr bin ich dann durch glückliche Umstände dann doch noch zu nem Festival gekommen. Rock im Park also.

Weil arbeitende Menschen unter uns waren kamen wir am Freitag erst so gegen 17 Uhr in Nürnberg an. Der Wohnmobil-Campingplatz war wie immer hoffnungslos überfüllt. So kam es, dass wir in der Kongresshalle unseren Stellplatz hatten. Dieses imposante Gebäude wurde von den Nazis erbaut, aber nicht fertiggestellt. Die Tribüne und das Dach fehlt, weswegen heute der Innenhof einen wunderbaren Parkplatz für Festivitäten wie Rock im Park hergibt. Ein Vorteil war, dass da relativ wenig los war, kein Durchgangsverkehr und nach der ersten Nacht hat auch keiner von den paar Deppen die auch da drin untergebracht waren die halbe Nacht Musik laufen lassen. 🙂

Blick aus meinem Schlafgemach

Musikalisch gings dann los mit The Kooks. Die rufen bei mir immer so eine England-Stimmung hervor. Aber so grundsätzlich waren die eher laaangweilig. Die Söhne Mannheims wollt ich mir ja eigentlich nicht antun. Aber zwischen In Flames und Disturbed war Zeit, also sind wir kurz rüber. Erst dacht ich wir wären falsch weil das erste Lied so rockig war. Die ersten Leider waren dann auch eher untypisch für die, würd ich sagen. Aber der große Rest war dann doch wie erwartet (befürchtet?). Das erste Highlight stand dann mit Coldplay an. Die find ich ich ja eigentlich schon ganz große Klasse. Aber zur Zeit kann ich mit denen einfach nichts anfangen. Ich finde die Musik nicht schlecht, sie weckt einfach keinerlei Gefühlsregung in mir. Das ist manchmal so. Wird sicher auch mal wieder anders. Trotzdem fand ich das ganze Konzert ziemlich überwältigend. Die haben echt aus den Vollen geschöpft was Show(-Technik) angeht: Laser, Video-Wände, Papierschnipsel, und zu guter letzt – *kaboom* – schöön akzentuiertes Feuerwerk. Die will ich eigentlich mal noch in nem einzelnen Konzert sehen. Am besten in England. Aus irgendeinem Grund denke ich dass das nen Unterschied macht und viel toller ist. 🙂 Dann ganz was anderes: Korn – die obligatorische Rock im Park Band. Die sind irgendwie gefühlt immer da und ich nehm sie immer irgendwie mit und find sie immer total gut, weil ich null Erwartungen habe. Ich glaube auf ein Korn Konzert sollte ich nciht gehen, da würde ich Erwatungen mitbringen, die dann sicherlich enttäuscht werden würden. 🙂 Abends dann noch als “late night special” Rob “motherfucking” Zombie. Ich kannte den erst seit kurzem, allerdings als Regisseur von so Meisterwerken wie “Haus der 1000 Leichen”, nicht als Musiker. Ich hatte mir einen typischen Ami-Rocker mittleren Alters vorgestellt. Eigentlich hat nur das mit dem Alter gestimmt. Das ganze hat mich eher an Marilyn Manson 2009 erinnert, nur viiieel besser. Der Musik-Stil kommt auch ungefähr hin. Von dem muss ich auf jeden Fall mal noch mehr hören. Ersten Eindruck war Eindeutig positiv.

Samstag startete der Tag mit Alter Bridge. Da kamen dann doch doch die öden Ami-Rocker. Die waren zwar sympathisch, aber musikalisch eher nich so meins. Dann mal wieder die Beatsteaks. Ganz nett. Aber joa. Die hauen mich ja schon seit längerem nimmer vom Hocker. ich weiß auch garnicht ob sie das jemals haben. zumindest finde ich das alte und mittelalte Zeugs auch nicht so toll. Royal Republic hab ich leider im Tausch gegen einen recht guten Platz bei System of a Down sausen lassen. Schade. Aber System of a Down war wie erwartet der beste Act vom festival. Hat sich also gelohnt. Alles. Die Musik ist ja eh schon super. Aber die Aneinanderreihung, war fast unverbesserlich. Nur B.Y.O.B. hätte ich mir etwas weiter hinten als auf Platz 2 gewünscht. Da war ich ja noch garnicht richtig ein-gegrooved. 🙂 Der Serj ist immernoch ein sympathisches Kerlchen. Bei System of a Down wars jetzt noch etwas krasser wie bei seinem Solo-Auftritt aufm Highfield 2008. So ein kleiner netter Kerl mach so böse klingende Musik und grinst nach jedem Lied wie ein kleiner Junge der ein Hanuta von der Oma bekommt. 🙂 Das find ich so toll. Der Daron wirkt irgendwie, wie erwartet, ziemlich verrückt. Ich stell mir den seeehr schwierig vor. 🙂 Aber Gitarre spielen kanner! Ja. Toll das. Am 15. dann gleich nochmal in Berlin in der Wuhlheide. Bin gespannt ob sie da dann etwas mehr mit dem Publikum reden. Das haben sie nämlich fast garnicht gemacht. Fand ich aber bei denen garnicht so Konzert-vermiesend wie ich das sonst finde. Bis Berlin muss ich dann noch paar texte auswendig lernen. Das Mitsingen hat mir nämlich etwas gefehlt. Ich kann zwar schon bissl was. Aber leider viel zu wenig. Direkt danach kam was deutsches: In Extremo. Die sind wzar nicht so ganz meine Musik, aber dafür ziemlich gut. Ganz zum Schluß hab ich mri dann nach And you will know us by the trail of dead gegeben. Endlich. Nachdem ich die bestimmt schon zwei mal auf Festivals verpasst hatte. De waren gut, fand ich. Starke Rock-Musik die aber nicht vom Rythmus, sondern von der Energie lebt. der Sänger ist auch total aufgegangen. Manchmal dacht ich jetzt heult er gleich vor Emotionen. Hatter nicht – aber seine Gitarre zweimal auf die Bühne geschmettert und ins Publikum geworfen. Hatte mich leider 5 Minuten davor auf die andere Seite der Halle gestellt. -.- Apropos Halle. Die war leider laut, sehr laut. Das war dann doch bissl viel nachts um eins nach mehreren Stunden Beschallung.

Sonntag war dann nichmehr so viel. Ich hatte mich da ja noch auf die White Lies und Wolfmother gefreut. Aber wie sich herausstellte hab ich die White Lies schonmal gesehen. Müsste aufm Highfield gewesen sein. Und wieder kam ich zum selben Schluß: Die find ich auf CD besser. Aber davor noch, als erste band des Tages quasi die zweite positive Überraschung des Festivals: The Pretty Reckless. Die sind nich nur zu mindestens 25% echt pretty, sondern machen auch ziemlich gute Musik. Einen Song kannte ich auch schon aus dem Soundtrack zu Kick Ass. Die Frontfrau Taylor Momsen hat eine tolle Stimme für ihre 18 Jährchen (ja, ich bin auch erschrocken). Die kennt man übrigens scheints aus Gossip Girl. Ich nicht, aber wenn die so gut schauspielert wie sie Musik macht, dann werd ich vielleicht jetzt Gossip Girl Fan. 🙂 Nach den White Lies gabs dann Wolfmother. Auf die bin ich durch Hangover aufmerksam geworden. Da gibt es eine Szene in nem Spielkasino wo deren tolles Lied “The Joker and the Thief” einsetzt. Grandiose Szene. Der Rest der Musik ist auch nicht schlecht. Da kann man live eigentlich nicht viel falsch machen. Aaaaber Wolfmother wusste es wohl besser. Man kann. Die haben ihre ganzen schönen Lieder total verhunzt indem sie jedes durch belangloses Gitarren-Genuschel auf 10 Minuten Länge aufgeblasen haben. Das hat pro Lied schön den Flow komplett zerstört. Man konnte sich nicht in ein Lied reinfinden, gleich wieder Gitarren-Gedüdel. Chrmpf. Dämlich. Da hab ich mir dann sogar nach ner Weile lieber Mando Diao gegeben. ICH! Jaa… maan Wolfmother. Mando Diao fand ich wie erwartet größtenteils langweilig. Aber wenigstens hab ich mich nicht drüber aufregen müssen. Um den dritten Headliner – die Kings of Leon – haben wir uns schön herumgedrückt. Lieber noch Interpol auf der Alterna Stage angeschaut. Aber die waren leider auch nicht so gut wie ich sie vom Album her kenne. Und dann gings auch schon heim. War wohl auch eine gute Entscheidung, denn der Act nach Interpol musste wegen Platzregen und Sturmböhen bis zu 70 km/h abgesagt werden. Hammer nix verpasst. 🙂

So, jetzt noch was zur Organisation. End handelt sich ja um Rock im Park, und der Marek hats wohl nicht so mit Organisation, wie wir seit 2006 gelernt (und auch von anderen immer wieder gehört) haben. Wo fang ich an. Der Punkt von vorhin. Wie sind diesmal echt spät gekommen. Da kann man dem Veranstalter schonmal zugestehen, dass der Wohnmobil-Campingplatz voll ist. Aber bei den anderen beiden malen war das auch schon immer so. Nach einigen Jahren könnte man doch erwarten, dass man diesen Misstand behebt. Es wäre ja kein Problem gewesen zum Beispiel den Platz wo wir standen als weiten Stellplatz für Wohnmobile zu erklären. Da hätte sich sicher ne Möglichkeit gefunden. Dann hätten wir es auch nicht 1 km Fußmarsch zum nächsten WC gehabt. Da braucht man sich nicht wundern wenn in die Gegend gestrullert wird.
Simmer schon beim nächsten Punkt: WCs. Für die Herren der Schöpfung werden beim Southside immer Pissoirs aufgestellt. Das hat mehrere Vorteile: 1. Es ist nicht notwenig irgend eine Tür anzufassen die womöglich mit EHEC-Vogel-Schweine-Grippen-Influenza-BSE-Hasen-Schnupfen-Masern-Baktiviren kontaminiert ist. 2. Es geht schneller, die Dixies haben die Frauen quasi für sich.
Weiter mit dem Müll. Theoretisch ist jeder Festival-Besucher quasi verpflichtet zwei Müllsäcke vollzumachen. Wir waren zu dritt in einem VW-Bus. Wir haben nach 2,5 Tagen keine 6 (1) volle Müllsäcke. Nächstes mal bringt dann jeder ne volle Mülltonne für daheim mit. Ich kann mir ja vorstellen, dass man wenn man Zeltet ein wenig mehr Müll hat. Aber doch auch keine zwei Säcke voll. Immerhin haben sie die Müllsäcke wohl auch halb voll angenommen. Trotzdem irgendwie bescheuert. Bescheurt war auch, dass zwei von uns erst garkeine Müllpfandmärkchen bekommen haben. Wenn die das bei jedem dritten so machen haben sie gleich mal fast 20.000€ gespart.
Gespart wurde auch am Platz. Mir ist Rock im Park irgendwie immer zu eng. natürlich hat man in einem Park mitten in ner Stadt weniger Platz wie auf der Schwäbischen Alb auf nem riesigen Flugplatz. Aber wenn man dann die Hälfte der Fläche nicht nutzt oder sie für Luxus-Camper und Bungy verschwendet ist das schon dämlich. Die Hälfte des Zeppelinfelds wird für “Centerstage-Camping” und Bungy springen verwendet. Der Rest ist für die Centerstage Zuschauer. Den Bungy-Kram kann man auch woanders unterbringen oder abschaffen und die Centerstage-Camper fühlen sich hinter der Mauer auch wohl. Da wäre doppelt so viel Platz zum Zuschauen. Dann wäre der Rasen auch nicht nach einem Tag am Arsch und würde spätestens am Dritten Tag auch nicht nach Neapel im Sommer nach 5 Wochen Müllmännerstreik stinken. Ähnliches Bild bei der Alternastage. Im hinteren Bereich der Fläche vor der Bühne befindet sich ein wunderschöner Fußballrasen. Der wurde am ersten Tag zwar in Anspruch genommen. Aber es ist unklar ob das freiwillig geschah. tags drauf war auf jeden Fall wieder der ganze Rasen abgesperrt. Dass der 1. FC Nürnberg sich den nicht kaputt machen lassen will ist verständlich. Aber der Marek kann es sich doch sicherlich bei nem Ticketpreis von über 150€ leisten, nen Fußballfeld mit so hübschen Plastikplatten abzudecken. Da hätte es angenehm viel Platz und der Rasen ist auch noch halbwegs ok danach.
Zwei kleine Verbesserungen konnte ich aber dann doch auch entdecken. An einigen Punkten waren Wasserstellen aufgestellt. Da konnte man kostenlos trinken oder sich den Kopf befeuchten. War sehr sinnvoll, denn zumindest am Samstag wars doch zuweilen recht heiß.
Die Wege waren fast nie verstopft. 2006 bei meinem ersten Rock im Park war das die Hölle. Mitten im Wald im dunkel und überall Menschen ohne Abständen dazwischen. Diesmal haben die Securities schon intelligent Wege auf- und zugemacht um die stupiden Massen zu leiten. 🙂

Als Fazit kann ich sagen, dass das auf jeden Fall nicht mein bestes Festival war, aber System of a Down war seht gut und ich hab zwei neue Bands gefunden. In Zukunft werde ichs dann hoffentlich schaffen mich auf das gemütliche Southside und das mindestens genau so gute Highfield zu beschränken bzw. mal was neues ausprobiert und überhaupt eigentlich viel mehr auf einzelne Konzerte gehen. 🙂 Aber das sag ich ja schon seit 2006 und irgendwie war das jetzt doch mein 10. mehrtägiges Festival. Wenn sich genügend gute Bands zusammenfinden ist so nen Festival halt schon verlockend. zumal wenns nicht Rock im Park, sondern eins von den oben genannte gemütlichen Festivals ist.

Zum Schluss noch special thanks an das Café Wanner. Dieses hübsche Café direkt am Dutzendteich lag auf unsrem Weg zu den Bühnen und war uns mehrmals ein angenehmer Platz zum Wasser lassen. Die Klos waren immer sauber, die Reinigungskräfte nett und es hat sich keiner Beschwert über die zusätzliche Klonutzung durch das Festival.

Festivalpreise

Ich bin gespannt wie sich die Festivalpreise nächstes Jahr verhalten. Seit meinem ersten Festival (Rock im Park 2006) haben die Preise doch etwas angezogen. Rock im Park hätte dieses Jahr 150€ für drei Tage gekostet, für das komplette Festival waren es dann am Ende sogar 170€. und das obwohl der zusätzliche vierte Tag nur zwei Bands bereit hielt. Ok, eine davon war ein Hochkaräter – Rage Against the Machine. Das Southside hat damals was zwischen 80€ und 95€ gekostet. Diesmal warens 125€. Ich denke das liegt an einem kleinen Festival-Boom in den letzten Jahren. Irgendwie ist es cool mit vielen anderen zu saufen. Ich befürchte die Musik steht bei einem Großteil der Besucher garnicht mal sooo im Vordergrund. Allerdings waren die Festivals in den letzten Jahren immer schon Wochen vorher ausverkauft. Dieses Jahr war das nicht so. Vielleicht bleiben dann die Preise jetzt wenigstens auf dem selben Niveau. Man muss ja nicht immer gleich die Inflation der nächsten 100 Jahre mit einrechnen.

Southside 2010

Zum Glück haben wir noch einmal Kehrt gemacht und meine Winterstiefel eingesammelt. Denn ohne wasserfeste Schuhe hätte das diesjährige Southside Festival nur halb so viel Spaß gemacht. Noch während der Anfahrt am Donnerstag – 5 km vor Neuhausen ob Eck – fing es an Bindfäden zu schütten. Einige Stunden Regen und ein paar tausend Menschen können dann auch eine grüne Wiese schonmal so aussehen lassen:

Uns hartgesottenen Kerlen konnte dieser Umstand aber natürlich nichts anhaben. Allerdings lebt es sich auf einem Asphalt-Stellplatz in einem VW-Busle zu solchen Zeiten vermutlich auch deutlich angenehmer als im Zelt auf flüssiger Erde. Trotzdem, es gibt eindeutig schöneres als auf dem Weg von Bühne zu Bühne zwischen lauter Menschen sich durch den teilweise knöcheltiefen Schlamm zu schleppen.

Aber Schluss mit den äußeren Umständen, kommen wir zur Kunst, wegen der wir uns überhaupt für drei Tage mit 50.000 Verrückten auf wenige Quadratkilometer versammelt haben.

Ein wenig doof war dass mein absolutes Festival-Highlight – mit Abstand – schon am ersten Tag die Latte unübertreffbar hoch ansetzte. Nein, ich spreche nicht von The Prodigy, Porcupine Tree oder Deichkind, von Florence and the Machine (Wikipedia Florence) ist die Rede. Dieses 23-jährige Mädchen (die auf dem Festival aber eher wie eine 40-jährige Frau wirkte) hat eine so unglaubliche Stimme die es schafft alles andere in den Schatten zu stellen. In Begleitung von intensiven, tragenden Melodien mit kraftvollen Beats war das ganze Schauspiel ein musikalisches Meisterwerk. Das war aber noch nicht alles. Frau Welch hat so eine unglaubliche Bühnenpräsenz und das obwohl sie fast immer ganz vorne an der Bühne an ihrem Mikrofonständer steht – die Band ganz im Hintergrund am Bühnenrand. Sie ist mit ihrem ganzen Körper und Sein ganz in der Darbietung ihrer Musik drin. Das beeindruckt! Vor allem wenn man kurz darauf so Knalltüten wie den Sänger von The Strokes sieht, der so wirkt wie wenn ihn einer auf die Bühne geprügelt hat. Ja, Florence and the Machine war eine tolle Empfehlung. Leider ist die Band jetzt erstmal in Australien und dann nicht mehr auf Tour. Wenn die mal wieder in der Gegend sind bin ich der erste der sich anstellt um eine Karte zu kaufen.
Richtig Gänsehaut bekam ich bei “Insomnia” von Faithless. Es ist irgendwie ein erhebendes Gefühl einen (guten) Welthit mal live zu hören der einen so nebenher schon seit mehr als seinem halben Leben begleitet.
Abends gabs dann noch Massive Attack. Die waren gut, wie erwartet. Muss man meiner Meinung nach aber nicht unbedingt live gesehen haben. Ist auf Platte genau so energiegeladen und tiefe Ruhe ausströmend. Allerdings ist der Tricky-Ersatz durchaus einen Blick wert. Bei diesem sympathischen Sänger/Sprecher handelt es sich um einen ergrauten kleinen Herrn schwarzer Hautfarbe, mit Rastas in schwarzen Klamotten. Immer wenn er dran war, marschierte er an sein Mikro, hielt seine Hände gefaltet und gab leicht schaukelnd seinen Part wieder. Besonders im Vergleich zu Daddy G (Wikipedia, Interview), der eine extrem eindrucksvolle Gestalt ist.

Der zweite Tag war leider aus meiner Sicht weniger erfolgreich. Die Shout out Louds, The Gaslight Anthem, Paramore und Phoenix waren zwar gut, aber irgendwie nichts besonderes. Dendemann hab ich jetzt auch mal gesehen. Mehr brauchts auch nicht.
Auf The Prodigy hatte ich mich ja sehr gefreut. Die waren auch wirklich gut. Aber erstens hat man an der blauen Bühne allgemein oft mehr bass als sonstwas gehört und zweitens spielten nebenan die Beatsteaks. Die hätte ich theoretisch auch gern mal wieder live gesehen.
Auch Deichkind war ein Mitgrund überhaupt auf das Festival zu gehen. Aber leider hat sich die Bühnenshow seit rock am See 2008 kaum verändert. Damals war das alles ja wenigstens noch witzig. Das ist inzwischen verflogen und die Musik allein ist halt alles andere als wirklich gut. Ich würde die eher in der Trash-Musik-Richtung sehen, so wie es auch Trash als Film-Genre gibt. Wenigstens weiß ich jetzt dass ich Deichkind auf keinem festival mehr sehen muss und schon garkeine teure Konzert-Karte kaufen brauche…

Am dritten Tag stand eigentlich nichts mehr wirklich herausragendes an. Los gings mit Jennifer Rostock. Und das war dann auch das schlimmste was ich an dem Wochenende gehört hab. Deren Musik ist ja ganz ok, aber die Frau ist zwischen den Liedern ja SO schlimm!!!! Argh! Drei Ansagen hab ich mitbekommen. In der ersten gings darum ob die Sängerin von Paramore wohl auf den unglaublich langen Schwanz vom Bassisten von Jennifer Rostock steht, die zweite handelte von den wenigen brüsten die man wegen der Kälte beim Southside sieht und daher sollen die Mädels in der ersten Reihe doch bitte mal die dicken Brüste über die Absperrung hängen weil dazu sei die ja schließlich da…. die dritte Ansage war zu dem Lied “Muttermund” und angesichts der vorhergehenden Beispiele ist auch schon klar wie die ungefähr geht. Furchtbar! Bei manchen Bands geht man u.a. wegen den Ansagen zu einem Konzert (Die Ärzte, Beatsteaks, Oli Schulz, …) zu Jennifer Rostock kann man wegen den Ansagen nicht gehen.
Wir sind dann nach 20 Minuten zu den Deftones abgedampft. Die waren leider nicht viel mehr als laut. Auf Platte sind die ja schon stellenweise nicht schlecht. Aber so live kommt da nur noch Krach an. Schade.
Dafür waren die White Lies wieder ganz nett. Schöne melodische Lieder mit einer außergewöhnlichen Stimme, die mich aber nach ner Weile immer nervt. So leider auch live. Keine Ahnung wieso das so ist, denn eigentlich mag ich die Stimme.
Danach rüber zu Skunk Anansie auf der Green Stage. Das ist ja eine lustige Frau. Eine kahlrasierte schwarze (namens Skin) die wie verrückt auf der Bühne zu garnichtmal so schlechter Musik rumspringt. Die ist schon durch ihre Bewegungen so sympathisch, die muss man einfach gut finden. Zum Leidwesen der Securitys und zur Freude der Fans gab sich Skin sehr publikumsnah. Sie versuchte nicht nur, wie andere Künstler, auf der Menge zu diven, sie versucht auf ihr zu laufen. Dazu stand die einfach mit den Füßen auf viele viele Hände. Ein paar wenige kurze Schritte hat das sogar geklappt. Dann viel sie um. Die Securities haben sie sofort rausgezogen und wieder auf die Bühne gestellt. Allerdings sprang sie gleich wieder runter um sich nochmals der Menge hinzugeben. 🙂 Ich mag so Künstler die sich mitten zu ihren Fans stellen.
Direkt danach, an gleicher Stelle kamen Porcupine Tree. Und die sind auch live so toll wie erwartet. Mit ihrer Mischung bzw. Abwechslung von ruhigem Gesang, elektronischen Klängen und harten Gitarrenriffs haben sie was von Metallica, sind aber ruhiger und intensiver, nicht ganz so kraftvoll, etwas sanfter. Porcupine Tree haben mir nach Florence and the Machine am besten gefallen, allerdings war da ein deutlicher Abstand!
Zum Abschluss haben wir dann noch die blutjunge (22) La Roux gesehen. ich kannte ja nur ihren Hit “Bulletproof”. Der Rest ist ähnlich aber durchaus auch nicht schlecht. Allerdings war mir das alles etwas zu poppig, unecht und elektronisch. Dass das ein E-Schlagzeug war hat man nämlich leider auch gehört. Trotzdem ist die nicht schlecht und war ein schöner Festivalabschluss.

Nach mittlerweile acht großen Festivals und auch nicht wenigen einzelnen Konzerten gibt es immer weniger Bands die man sich “mal anschauen” kann. Darum muss ein Festival auch immer bessere (für mich) Bands bieten, damit es sich für mich lohnt hinzugehen. Aber es ist ja auch nicht schlecht wieder mehr auf einzelne Konzerte zu gehen. Die sind nämlich im vergleich zu einem Festivalkonzert eh immer noch in jedem Fall besser.

Southside 2009

Die ganze Zeit vor dem Southside hatte ich befürchtet, dass es wieder sau heiß wird wie letztes Jahr und dass man auf der großen weiten Fläche vor sich hin brät. Naja, es kam anders. Nämlich deutlich kälter und vor allem nässer! Es hat eigentlich jeden Tag geregnet. Zum Glück waren wir diesmal besser darauf vorbereitet. Nette Jägermeister-Promoter haben uns auch noch coole große Regencapes geschenkt. Die haben sogar bissl warm gehalten. War sehr praktisch. Auch wenn meins jetzt nen riesigen Riss hat.

Die Anreise war total unproblematisch. Dauert ja nur ne gute Stunde. Vor Ort war die Lage auch sehr entspannt. Wohnmobile fahren über einen extra Eingang aufs Gelände.- Daher war da auch nicht viel los. Wir sind also quasi ohne Stops an unserem Stellplatz angekommen. Der befand sich allerdings leider so weit von den Bühnen weg wie nur möglich. Nämlich 1,3 bzw. 1,5 km, je nach dem welche Bühne man nimmt. 😉 War aber halb so wild. War ja kein unwegsames Gelände sondern eine 30 Meter breite Landebahn. Von daher kam man da schnell rauf und runter, auch wenn viel los war.

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Rock im Park 2009

Ein kleiner Bericht zum von mir ungeliebtesten großen deutschen Alternative-Festival fehlt an dieser Stelle noch. Ungeliebt deshalb, weil 2006 und 2007 die Organisation und alles im vergleich zu anderen Festivals wie zum Beispiel dem Southside oder dem Highfield total daneben war. Nicht genügend Campingplätze, viiieeeel zu wenig Wohnmobilstellplätze, zu teuer, die bands spielen zu kurz. Ich fand immer man kommt sich vor wie beim Fernsehen. Eine Band darf genau nur so lange spielen wie’s aufm Plan steht. dann: Werbung. Bei anderen Festivals ist das alles etwas ungezwungener und keine Fließbandmusik. Daher waren meine Bedenken dementsprechend groß.

Die offiziellen Wohnmobilstellplätze waren am Freitag Nachmittag natürlich weg. Aber man hat uns schön unkompliziert auf der großen Straße parken und auch schlafen lassen. Die Situation an den Bühnen war auch nicht so katastrophal wie noch 2007, denn diesemal waren die beiden Hauptbühnen nebeneinander. Man konnte über mehrere Eingänge direkt hinund her wechseln. Es entstand fast nie Gedränge. Das hat mich tatsächlich positiv überrascht. Aber so viel zum “Organisatorischen”. Jetzt endlich zur Musik… 🙂

Ich glaub das war Limp Bizkit...
Ich glaub das war Limp Bizkit ! 🙂

Am ersten tag hab ich The Subways, die Guano Apes, Chris Cornell, die seltsam tollen aber im allgemeinen unbeliebten MIA., kurz The Kooks, Limp Bizkit und den Peter F. aus Berlin gesehen.
MIA. fand ich irgendwie cool. Ich mag ja deren Musik, auch wenn sie sonst keiner mag. Ich finde die Mieze hat so eine unglaublich umfangreiche Stimme. Die bekommt alles von ganz tief bis piepsig hoch wundervoll hin.
Limp Bizkit fand ich erst najanaja.. aber dann wurden sie immer besser. Am Ende sind sie sogar eins meiner Festival-Highlights geworden. Die haben erstens trotz ihrer sehr langen Spielpause eine unglaublich gut eingespielte Performance da auf der Bühne. Fred Durst ist natürlich unglaublich cool, das hatte ich aber auch nicht anders erwartet. trotzdem sind sie sich nicht zu schade für einige Aktionen zu denen sich sonst eher kleine unbekannte Bands herablassen. Fred Durst ist zum Beispiel bis zum ersten Wellenbrecher mitten in die Menge gelaufen bzw. hat sich vorgedrückt. Dort stand er dann auf der Absperrung und hat Scheinwerfer-erhellt “Behind Blue Eyes” gesungen. 🙂 Kurz darauf hat er einen “Erste-Reihe-Fan” mit auf die Bühne gebracht. Der war natürlich eh schon total aus’m Häuschen und ging ab wie Zäpfchen. Danach hat ihn dann Fred Durst gefühlte zwei Minuten umarmt… und ihn auch gleich noch hinter die Bühne getragen. Den haben seine Beine glaub nimmer getragen. 😀
Spät in der Nacht war dann noch Peter Fox angesagt.  War nett, hat mich aber nicht umgehauen. “Schwarz zu blau” und “Alles Neu” fand ich am Besten. Toll fand ich dass Miss Platnum eine seiner Background-Sängerinnen war, und zur Feier des Festivals auch einen eigenen Song vortragen durfte! 🙂

Am zweiten Tag hab ich eine Kleinigkeit von Staind mitbekommen und dann kamen auch schon Placebo. Die haben erfreulicherweise gaaanz viel vom neuen Album gespielt. Das war live sogar noch toller. 😀 Der neue Ami-Schlagzeuger-Sunnyboy passt wirklich nicht so richtig zu Placebo find ich. Aber Schlagzeugspielen kanner. Das reicht ja. Brian Molkos neue Pferdeschwanz-Frisur find ich irgendwie cool, aber da steh ich auch mal wieder allein da. *g* Ganz arg positiv bei Placebo war auch noch, dass Brian Molko keine einzige Zigarette geraucht hat. 2006 bei Rock im Park hat er den Tagesbedarf eines supercoolen 16-jährigen während dem Auftritt weggeraucht.
Danach gabs auf der Alternastage “Schockrocker” Marilyn Manson. Dessen Vorstellung hat sich angefühlt wie Amy Winehouse in Rock. Entweder ward er krank oder total auf Drogen. Er hat dauernd irgendwelchen versauten Scheiß erzählt, ein Handy eines Fans geschrottet und dessen Mutter an eben genanntem Handy beleidigt. Gesungen hat er schlecht und außerdem wenig. Manchmal hat er plötzlich kurz pausiert mit Singen und war auch mal kurz hinter der Bühne und hat sich hingesetzt. Sehr komisch Vorstellung. Hat mein positives Bild das ich von ihm hatte durchaus etwas getrübt. Wobei man solche Eskapaden bei Rockmusikern ja eh nicht so ernst nehmen sollte. Sowas gehört da ja immer mal wieder zum Business.
Am Ende des Tages haben wir uns auf der Wiese sitzend noch Korn gegeben. Ich fand die diesmal schon richtig gut. 2006 fand ich die schrecklich und bin lieber Bier holen gegangen während die gespielt haben. Jetzt fand ichs super. Mag auch daran liegen dass ich mittlerweile viele Lieder kenne und sie somit auch auseinanderhalten kann. 🙂

Letzter Tag. Los ging schon früh am Mittag mit den White Lies. Kannte ich nciht vorher. Waren aber echt gut. Achja davor waren noch Sugarplum Fairy. Die sind ganz nett, aber sehr ähnlich wie Mando Diao. Und die mag ich nich so. Sowohl musiklisch als von der Einstellung her. Madness sind lustig. Bei dem Bandnamen erwartet man ja eigentlich eher was Metall-mäßiges. Die sind aber eine lustige Friede-Freude-Eierkuchen-Band. 🙂
Flogging Molly fand ich diesmal schon deutlich besser als noch beim Highfield. Sympathisch waren sie wieder, aber diesmal irgendwie auch musikalisch besser. Dann hats leider geregnet. Und zwar ziemlich. Wir waren nass bis auf die Haut. Zum Glück hatten wir genug Klamotten dabei.
Machine Head sind ärgster Metall. Die muss ich glaub mal auf CD hören. Fand ich garnicht so schlecht was ich da gehört hab. Aber irgendwie doch sehr schreiig und krachig.
Danach kam mein Festival-Favorit: The Prodigy. Und ich fand sie echt toll. Erwartung voll erfüllt. Trotz dem dass es so hell noch war gings voll ab. Beim Lied “Warrior’s Dance” hat Keith Palmer immer “You are all my warriors!” in die Menge gerufen. Wenn man sich überlegt dass vor ca. 70 Jahren paar Meter weiter Rechts ein schnautzbebarteter Österreicher was ähnliches zu ner großen Menge gesagt hat kommt das irgendwie komisch! 🙂 Mir macht das ja nix aus, ich bin da nicht so pingelig und ich halte das auch nicht für verwerflich. Trotzdem fühlt sich das seltsam an wenn man den geschichtlichen Hintergrund des Geländes kennt auf dem Rock im Park jährlich statt findet.
Nuja, aber The Prodigy waren wie gesagt genial. Sie haben auch fast das komplette neue Album durchgespielt. Allerdings hat leider “Thunder”gefehlt. Als es dann auch noch während The Prodigy gedonnert hat, war die Stimmung perfekt. Ein unwirkliches Wetter zu unwirklicher Musik. Geil! 😀

Paar Minuten nachdem The Prodigy von der Bühne waren ging das Wetter dann aber erst richtig ab. Sintflutartige Regenfälle in Verbindung mit Sturm. Wenn ich nicht ein elektronisches Gerät dabei gehabt hätte hätte ich das Wetter aber vermutlich total genial gefunden und wäre rumgehüpft. 😀 Übrigens haben mir meine davor angezogenen Gummistiefel auch nix gebracht. Die warebn dann nämlich voll mit Wasser. Auch mal ein lustiges Gefühl. Wir hatten aber leider doch nicht genug Klamotten dabei. Wir waren ja auch schonwieder komplett durch nass. Darum war Rock im Park 2009 nach The Prodigy für uns vorbei. Einer war schon krank, eine andere wurde krank und ich auch fast. Da wars glaub gut dass wir uns Slipknot in der kühlen Dunkelheit nimmer angetan haben. Wir waren dann auch schon schön früh daheim. 🙂

Fürs Southside am Wochenende nehm ich mir auf jeden fall wieder drei paar Schuhe mit, mehr lange Hosen und ne ordentliche Regenjacke! 🙂 Aber jetzt steht eh erstmal das Den Die Ärzte ihr offizieller Fanclub Geheim Konzert am Mittwoch in Hamburg an. Ich hoff ja das geht alles gut mitm Hinkommen unsoweiderunsofoat!

PS: Wer das alles ließt ist (ultra) cool! 😛

Festival Sommer

Seit heute kann der Sommer kommen. Genügend Musik ist jetzt schon garantiert.

Festivals 2009

Dieses Jahr “geb ichs mir” mal richtig. Drei große Festivals. Bin gespanntw ie sich das anfühlt. Vielleicht hab ich nach dem ersten auch schon kein Bock mehr. Aber ich glaube  spätestens beim dritten Festival weiß ich was ich mitnehmen muss, was praktisch wär und was man auf jeden Fall braucht! Nicht so wie die letzten Male. Irgendwas hab ich natürlich immer vergessen.

Die guten Bands verteilen sich dieses Jahr relativ gleichmäßig auf alle Festivals. So erlebe ich diesen Sommer so ziemlich alles live was ich so höre. 🙂 Nach dem Klick hab ich die Bands aufgelistet die ich beim jeweiligen Festival sehen möchte. Insgesamt sinds bisher 40. Für 349€, also 8,73€ pro Band. Jo, das geht. Da weiß man wieder wieso man das macht! 🙂

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Rock am See 2008

Grade spielt Bad Religon und wir sitzen hier am Rand vom Bodensee-Stadio und lauschen in Erwartung der Ärzte dem Getöse.

Die Subways haben wir ja leider verpasst, weil wir dank Stau zu spät ankamen. Daher haben wir bisher die sehr skurilen Deichkinder gesehen. Deren Show ist echt lustig. Die laufen in Müllsäcken rum und hüpfen mit bunten Regenschirmen auf großen
Trampolinen rum. 🙂

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Danach kamen die Plain White T’s. Die waren so ziemlich genau so wie beim Highfield. Also gut. 🙂

Jo… Also nächstes kommt dann Iggy Pop. Mal sehen was der Mensch so kann.

So jetzt bin ich wieder daheim und der Iggy kam dann auch sehr schrill. Seine Lieder bestehen aus einem Großteil aus *aaaarrrgghh* und *kkrraaaaiii* oderso. 🙂 Der ist eben so ein richtiger alter Rockstar. Hüpft aber auf der Bühne rum wie ein junger. Außerdem schreit er dauernd “fuckin’ motherfucker” und so Kram. Gehört ja scheints zum guten Ton unter (richtigen?) Rockstars.

Dann kamen ja die Ärzte und die haben vor Himmelblau noch “Stick it out / The ugliest part of your body” gespielt. Wohl als Anspielung auf Iggys geschimpfe! Toll! Das restliche Konzert war ebenfalls phänomenal! Irgendwann als Farin mal wieder zu lang über den Vier-Ton-Test oder über Laola-Diktatur sprach fing Bela plötzlich an “Sail away, dream your dream…” zu brüllen. Ich hab gedacht ich brech nieder. Und sie haben zum Bäcker gespielt. Also “Ich geh zum Bäcker, hol mir Brötchen für 5 Mark Ich esse gerne Brötchen, denn Brötchen machen stark …” 😀
Und am Ende – ich hab gedacht ich hör nicht recht – stimmt Farin doch tatsächlich den Willi-Song an, den sie 2003 bei meinem ersten Ärzte Konzert gespielt haben. Diesmal zwar nciht so lange und ausgedehnt, aber trotzdem, ein kleines Revival des Willi-Songs. 🙂 Willi selbst kam sogar auch wieder auf die Bühne! Ich glaube das war wirklich bisher mein tollstes Ärzte-Konzert. Jaaa. Fein. Und eben hab ich bei bademeister.com gelesen, dass es jetzt keine drei-jährige Live-Pause wird, sondern dass es zumindest Konzerte geben wird. Super!

Ansonsten ist zu sagen, dass die Organisation hier besser sein könnte. Man muß sich um Essen öder Trinken kaufen zu können erst Märkchen kaufen. Voll bescheuert. Um an die zu kommen muß man sich erst ne halbe Stunde an einem der beiden Märkchen-Ständen anstellen. Wieso kann man denn nicht einfach bei den Ständen selbst bezahlen?

Rock im Park 2007

Tja, eigentlich wollte ich nach dem letzten Jahr mir das nicht nochmal antun. Aber die tollen Bands und die luxuriöse Tatsache dass ich inzwischen Miteigentümer eines Campingbusses bin hat mich dann doch überzeugt.

Insgesamt waren wir so an die 20 Leute. Im Bus haben natürlich nur vier davon geschlafen. Wir vier und noch drei andere sind schon am Donnerstag gen Nürnberg mit Busle + PKW losgebraust um einen Zeltplatz für die Nachhut klarzumachen. Als wir zu zweit mit dem Busle ankamen und eigentlich auf den Wohnmobilparkplatz wollten hieß es dass der restlos voll sei und alle anderen Parkplätze ebenso. Toll. Auf gut Glück sind wir dann zu dem Parkplatz gefahren wo wir letztes Jahr geparkt haben. Dort hat man uns dann zu einem weiteren Parkplatz geschickt wo scheints noch was frei sein sollte. Und tatsächlich. 30 Meter neben der Hauptstraße war ein breiter Grünstreifen auf den wir uns stellen konnten. Dieser Platz stellte sich recht schnell als großes Glück heraus. Unsere anderen im PKW waren schon einige Stunden vor uns da und haben eine Stunde lang einen Zeltplatz für 5 Zelte gesucht. Als sie dann noch einen kleinen Platz gefunden hatten mussten sie nochmals eine Stunde mit den umliegenden Zeltbesitzern reden um die dazu zu bewegen etwas zusammen zu rücken. Wir konnten die Zelter unverständlicherweise nicht zum Wildcampen um unser Busle herum verleiten. Wobei sich da sicher kein Mensch drum geschert hätte, denn sie wären längst nicht die einzigen gewesen. Naja, dafür hatten wir mit einem kleinen Wäldchen nebenan in dem wir bequem unsere Notdurft verrichten konnten, einen ruhigen gemütlichen Ort zum Verweilen. Und mit meiner eigens für Rock im Park angeschafften Solardusche mit Wasser von der 100 m entfernten Tankstelle konnte man sogar duschen wann man wollte. Ich fands perfekt.

Aber kommen wir endlich mal zur Musik… weniger perfekt fand ich nämlich dass man das komplette Gelände durchqueren musste um zu der Center- und Alternastage zu gelangen. Mit zunehmendem Alter des Festivals wurde es immer ekliger zwischen den Dixies, Müllhalden, Menschen und Zelten durchzulatschen.
Aber ja angesichts des oben genannten Luxuses konnte man darüber getrost hinweg sehen.

Jetzt aber wirklich zur Musik. Der erste Tag, also Freitag, bestand für mich aus Velvet Revolver, Korn, Die Ärzte und Wir sind Helden. Die ersten beiden kann man vergessen. Dafür waren die Ärzte um so toller. Hat echt mal wieder einen heiden Spaß gemacht. Wie schon beim Fanta4-Konzert angemerkt haben es auch hier die alten Herren einfach drauf! Zum Beispiel hat Farin Schlagzeug gespielt und Bela ein unglaubliches Gitarrensolo hingelegt. Leider haben sie sich etwas mit der Zeit verkalkuliert, weswegen sie “Zu Spät” nicht spielen konnten.
Nach den Ärzten gab es ein riesen Gehetze, denn bei der Centerstage war für heute Schluß, also hetzten alle zur Alternastage wo Wir sind Helden angefangen hatten als die Ärzte aufhörten. Natürlich kam ich viiieel zu spät, aber das was ich noch gehört hab (ca. 5 – 10 Lieder) war genial. Auch die neuen Lieder sind live mal wieder toll. Ich würd so gerne am 21.07. zum Wir sind Helden Konzert nach Esslingen auf die Burg, aber da ist zum gleichen Zeitpunkt “Das Fest” in Karlsruhe. :-/
Am Samstag starteten wir mit TheHivesTheHivesTheHives, dann haben wir uns von Billy Talent vollplärren lassen (die sind live sooo schlecht 🙁 ). Auf der Alternastage war dann mit Jan Delay HipHop bzw. eher Funk angesagt. Das war wie erwartet sehr geil, aber leider zu kurz. Wobei das wieder gut war, denn deswegen hab ich tatsächlich noch was von Muse mitbekommen. Und das war eigentlich auch ziemlich okay. Nach Muse kamen dann mit 20 Minuten Verspätung Linkin Park. Die waren echt sehr geil. Nur fast etwas langweilig. Okay, ich hab eh nicht verstanden was die geredet haben. Aber sie haben die Lieder fast alle so gespielt wie auf den Alben. Geil wars trotzdem, denn die Musik von Linkin Park ist einfach perfekt! Nach Linkin Park war dann bei mir eigentlich die Luft raus. Aber wir sind dann doch noch zur Alternastage wo grade die White Stripes Krach machten. Die ersten Lieder empfand ich auch echt nur als Krach. Aber je länger sie spielten desto besser wurden sie! Um 0:50 Uhr kam dann auch noch Evanescence. Da waren wir dann sogar im Inneren Ring direkt vor der Bühne. Aber die fand ich irgendwie nicht so toll. Hört sich alles verdammt ähnlich an und der Bass war auch noch viel zu stark! Gerade unserem Bass-Freak war das Bass zu stark. Er ist deswegen gegangen.
Der letzte Tag begann mit den Kaiser Chiefs. Die hatten wir ja letztes Jahr hier kennen gelernt. Aber dieses Mal konnten die mich nicht so begeistern. Lag aber vielleicht auch daran dass ich mir meine Kräfte für die Beatsteaks aufheben wollte. Nachdem Mando Diao ausgesessen waren kamen sie dann auch. Und sie rockten. Spitze sind die! Harr. Zum Glück kommen die auch bei “Das Fest”. Die haben echt Stimmung in den Laden gebracht! Die Smashing Pumpkins haben wir uns dann auch noch paar Lieder lang angehört. Die kannte von uns ja bisher keiner. Joa.. eigentlich waren die garnicht so schlecht. aber recht eintönig. Placebo, mit denen sie ab und an verglichen wurden, ist deutlich besser.

Mein Fazit will ich mal so ausdrücken (in absteigender Reihenfolge):
Die Ärzte
Linkin Park
Beatsteaks
Jan Delay
Damit hat sich der betrag von 116€ wohl schon gelohnt.
Zusätzlich sei noch zu erwähnen, dass es wegen dem ganzen Regen und der schlecht organisierten Überfüllung dieses Jahr wohl besonders eklig war. Wir konnten uns das zum Glück von außen ansehen. Was bin ich froh über unsere saubere Wildsau! 🙂

Übrigens bleibe ich bei meiner Meinung: Einzelne Konzerte sind viel geiler als Konzerte auf Festivals! Da hat die Band Zeit so viel Scheiß zu machen wie sie will und so viele Zugaben zu spielen wies ihr Spaß macht. Ein Festival lohnt sich nur wenn wirklich gute Bands kommen und wenn der Preis angemessen ist. Auf jeden Fall kann ich auf die viel gepriesene Festival- Stimmung und -Party überwiegend verzichten.