Winterlicher Weg zur Wirkungsstätte

Wenn morgens der Hahn kräht gilt meine erste Tat der Zahnbürste. Bürstend brüste (Paronomasie) ich mich im Spiegel unter gleissendem Licht. Kurz darauf geht es geschniegelt und gestriegelt (Alliteration) mit einem Mund voll Müsli (Alliteration) schleunigst weiter. Kaum geschluckt, haste ich bibbernd zum Bus. Sofern ich ihn noch erwische drücke ich mich zwischen die anderen Fahrgäste, die meist aus lauten Schülern bestehen. Konnte ich wider Erwarten keinen der kostbaren Plätze ergattern, sacke ich froh und frei auf meinem harten Sitz zusammen und lausche den Kindern beim schnattern. (Reime) Unterdessen schaue ich mit verträumtem Blick die kalte weiße Welt da draußen an. Wenn mich diese nicht sonderlich begeistern kann, oder mich die Schreihälse zu sehr stören, gönne ich mir auch gern mal eine halbe Stunde gute Musik aus meinem MP3-Player – mit Freude von Slayer, (Reim) als Vorbereitung für die Höchstleistungen welche mein Hirn in der Uni an diesem Tag vollbringen wird. Die holprige Fahrt geht über diverse verschlafene Dörfchen bis ins schöne Tübingen. Dort wird der Bus allerdings nicht voller, sondern eher leerer, weil die meisten Fahrgäste direkt am Hauptbahnhof aussteigen. So erlebe ich tagtäglich (Anapher) eine geruhsame kostenlose Stadtrundfahrt durch Tübingen und beobachte all die Leute, vornehmlich auch Studenten, die sich grummelnd, schlafend oder fröhlich auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz befinden.

Aktenzeichen Hamster_09/01

Am Mittwoch den 09.01.2009 um 7:13 Uhr erreichte uns ein Anruf von der 49-jährigen Hilde Hildesheimer aus Flensburg in der Harrisleerstraße 13. Sie erzählte völlig aufgelöst dass ihr Hamster, der den Namen „Teddy“ trägt in einen am Boden stehenden PC-Drucker geklettert sei und sich dort aufgrund seiner Leibesfülle verkeilt habe. Frau Hildesheimer hat davor bereits versucht das Tierheim zu erreichen. Dort ist aber um die Uhrzeit noch niemand anzutreffen. Auch ein bereits alarmierter Tierarzt sah sich außer Stande zu helfen und verwies an einen Techniker. Der Beamte Eduard Hund traf um 7:29 Uhr in der Harrisleerstraße 13 ein. Er konnte sich noch vom Wohlbefinden des Tiers überzeugen. Eine beherzte Nachbarin hatte den Hamster bereits mit einigem handwerklichen Geschick aus der Maschine befreit. Herr Hund konnte nur einige blauen Flecke von der Druckentinte an dem schlafenden Tier feststellen. Frau Hildesheimer bedankte sich um 10:34 Uhr mit einem freundlichen Fax bei der Polizei.

Punk-Hamster bleibt stecken

Am gestrigen Mittwochmorgen wollte der Hamster „Teddy“ von Frau Hilde H. (49) die Welt mal bunt erleben. Er rannte daher das Abenteuer suchend direkt nach dem aufstehen in einen auf dem Fußboden stehenden Drucker. Leider hatte es seine Besitzerin wohl zu gut mit ihm gemeint. Denn aufgrund seiner Wohlgenährtheit blieb der arme Teddy im Drucker stecken. Die verzweifelte  Frau H. wusste sich, nachdem ihr Tierarzt nicht weiter wusste, nicht mehr anders zu helfen, als die Polizei zu rufen. Diese glaubte erst die gute Frau erlaube sich einen Scherz mit den Gesetzeshütern. Sie konnte die Situation aber doch glaubhaft schildern. Allerdings war Teddy glücklicherweise schon von einer handwerklich begabten Nachbarin befreit worden. Er selbst bleib ganz cool bei der ganzen Angelegenheit. Außer einigen modischen blauen Flecken im Fell hatte Teddy keien Folgen zu tragen. Als die Beamten schließlich am Ort des Geschehnisses eintrafen schlummerte Teddy bereits wieder tief und fest. Nach der ganzen Aufregung hat er sich das auch wirklich verdient!

Kündigung

Sehr geehrter Hofmarschall Ullerupp,

in meiner Funktion als Küchenchef kann ich fast auf ein Vierteljahrhundert ausgezeichnete Anstellung an ihrem Hofe zurückblicken. Jedoch brachten mich die Geschehnisse der vergangenen Wochen zum Nachdenken. (exordium)

Unsere Ansichten über eine dem Königshof angemessene Küche scheinen immer stärkeren Differenzen ausgesetzt zu sein. Ich wurde meiner Stellung als Chef der königlichen Küche enthoben und zum Chefkoch ernannt. Immer weniger finanzielle Mittel standen mir zur Verfügung, außerdem haben sich andere in die Zusammenstellung des Menüs eingemischt. (narratio)

Daher möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich zum nächst möglichen Zeitpunkt kündigen werde. (petitio)

Angesichts der Umstände sehe ich mich einfach nicht mehr in der Lage eine entsprechende Kost zuzubereiten. Der Königshof gibt jährlich Unsummen für die Heimwehr aus, die in einem solchen Ausmaß ja garnicht benötigt wird, und hat daher immer weniger übrig für ein anständiges Königliches Mahl. Die Niederländer verspotten uns bereits. Die Degradierung habe ich, dank meiner netten Kollegen in der Küche, grade noch so hinnehmen können, aber die Kürzung meines Menüplans, und das hinter Meinem Rücken, ist eindeutig zu viel! Wie stellen Sie es sich denn vor mit schlappen 200€ ein anständiges Menü zu breiten das der Königin gerecht wird? Als königlicher Küchenchef nach 24 Jahren Dienst kann mir so ein dahergelaufener Hofmarschall wie sie doch nicht sagen wo es lang geht! (argumentatio)

Ich fühle mich gekränkt und für blöd verkauft. So kann und möchte ich nicht weiterarbeiten. Für sie, den Königshof und das gesamte Königreich Dänemark hoffe ich dennoch dass die Verantwortlichen noch zur Vernunft kommen mögen. Wer weiß wo die königliche Kochkunst sonst enden wird? (peroratio)

Mit freundlichen Grüßen, Takashi Kondo